Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ABSCHIED: «Nun hat es Platz für neue Ideen»

Lukas Studer führte das Frauenteam von Waldkirch-St. Gallen in die NLA. Nun fehlt noch ein Sieg, um den Ligaerhalt zu schaffen. Danach gibt der erst 25-jährige Studer das Traineramt ab.
Raya Badraun
Der 25-jährige Lukas Studer steigt nach dieser Saison ins Berufsleben ein. (Bild: Ralph Ribi)

Der 25-jährige Lukas Studer steigt nach dieser Saison ins Berufsleben ein. (Bild: Ralph Ribi)

Raya Badraun

Damals als Lukas Studer das Frauenteam übernahm, hielt sich Waldkirch-St. Gallen nur knapp in der NLB. Nun spielen die St. Gallerinnen wieder im Playout. Doch dieses Mal geht es um mehr. Nur noch ein Sieg fehlt, um in der höchsten Spielklasse zu bleiben. «Wenn wir das schaffen, ist es ein noch grösserer Erfolg als der Aufstieg», sagt Studer an ­diesem Abend. Der Coach im schwarzen Trainingsanzug sitzt im Geräteraum der Sporthalle Tal der Demut auf einem Bänkchen. Bald beginnt das Training. Doch davor will er noch erzählen, wie aus Waldkirch-St. Gallen ein NLA-Team wurde – und warum er nun sein Amt abgibt. An fehlender Leidenschaft liegt es zumindest nicht. Eine Stunde lang erzählt er von dieser speziellen Saison und mit jedem Satz spürt man seine Freude, das Feuer.

In den vergangenen Monaten hat Studer viel investiert. Stundenlang schaute er sich Videos an, studierte die Gegner und bereitete seine Spielerinnen akribisch auf jeden Einsatz vor. NLA-Erfahrung hatte zu Beginn nur Captain Iris Bernhardsgrütter, diese Auftritte lagen jedoch bereits Jahre zurück. Und alle anderen waren Neulinge – auch der Trainer, der im vergangenen Dezember erst 25 Jahre alt geworden ist. «Wir traten als absoluter Underdog an», sagt Studer. Er wusste, dass es schwierig werden würde. Nach den Siegesserien in der Saison davor, die alle in ein Hoch versetzt hatten, verlor Waldkirch-St. Gallen nun auch einmal zweistellig.

Kleine Erfolge feiern

«Waldkirch-St. Gallen musste sich zuerst an das bessere Niveau gewöhnen», sagt Studer. In der NLA ist das Tempo höher, die Zeit am Ball kürzer und Fehler werden keine mehr verziehen. Studer versuchte, das Team Schritt für Schritt, Monat für Monat, näher heranzuführen – und sich an kleinen Erfolgen zu orientieren. So gewannen die St. Gallerinnen bereits das zweite Saisonspiel – eine frühe Bestätigung. Und nach den zweistelligen Niederlagen gegen Spitzenteams, freute sich Studer darüber, wenn seine Equipe ein Spiel lange ausgeglichen gestalten konnte – auch wenn das Schlussresultat deutlich ausfiel. «Wir haben gesehen, dass wir mitspielen und den starken Gegnern auch einmal wehtun können», sagt der Coach. Am Ende erreichten die St. Gallerinnen den neunten Rang. Dieser zeigt, dass sie mit den Teams in der unteren Tabellenhälfte mithalten können. Damit ist Waldkirch-St. Gallen dort, wo es sein wollte – auch wenn Studer nie mit seinen Spielerinnen über ein Rangziel gesprochen hat.

«Es ist der ideale Zeitpunkt für einen Wechsel», sagt Studer. «Nun hat es Platz für neue Ideen.» Dass er sich vom Traineramt zurückzieht, stand bereits im vergangenen Herbst fest. Der Schaffhauser, der an der Universität in St. Gallen Recht und Wirtschaft studiert, gibt bald seine Masterarbeit ab. Danach absolviert er auf dem Weg zum Anwaltspatent mehrere Praktika. «Mit einer 100-Prozent-Stelle ist das Traineramt nicht vereinbar», sagt Studer. Er sei jedoch froh, dass er das Amt guten Gewissens abgeben kann. Seit kurzem steht fest, wer das Frauenteam übernimmt: Renato Wyss. Seit 30 Jahren steht dieser als Unihockeytrainer in den Sporthallen. ­Zuletzt betreute er das Männer-Nationalteam von Österreich. Für Kontinuität sei gesorgt, sagt Studer, der mit seinem Nachfolger bereits in Kontakt steht. Denn mit Natalie Brägger bleibt die Assistenztrainerin weiterhin im Staff.

In der Sporthalle Tal der Demut kommen die ersten Spielerinnen an und bereiten sich auf das Training vor. Was wünscht Studer ihnen zum Abschied? «Sie sollen an sich glauben, hart arbeiten und sich nicht klein machen lassen. Dann werden sie auch belohnt», sagt er. Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: «Etwas mehr Zuschauer wären auch schön. Das hätten sie verdient.» Dann geht er zu den Spielerinnen in die Sporthalle. Die Saison ist noch nicht vorbei.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.