Abschied nach 28 Jahren

Fast drei Jahrzehnte lang hat Simon Abenhaim als Heimleiter die Geschicke des Notkerianums geleitet. Nun geht er in Pension und verabschiedet sich von den Seniorinnen und Senioren.

Claudia Schmid
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Simon Abenhaim und Hund Teddy: Die Zeit der gemeinsamen Rundgänge im Notkerianum ist vorbei. (Bild: Urs Bucher)

Simon Abenhaim und Hund Teddy: Die Zeit der gemeinsamen Rundgänge im Notkerianum ist vorbei. (Bild: Urs Bucher)

Heute Samstag feiert das Alters- und Pflegeheim Notkerianum sein traditionelles Sommergartenfest. Gleichzeitig findet die offizielle Verabschiedung des langjährigen Heimleiters Simon Abenhaim statt. Vor 28 Jahren kam der gelernte Psychiatriepfleger als stellvertretender Pflegeheimleiter an die Rorschacher Strasse 258. Knapp drei Jahre später übernahm er die Heimleitung des Notkerianums. «Nach so vielen Jahren fällt der Abschied nicht leicht. Andererseits freue ich mich auf die Pension», sagt der 62-Jährige.

Morgendlicher Rundgang

Eigentlich hat Simon Abenhaim seinen Arbeitsbereich bereits am 1. Juli Nachfolger Elmar Wagner übergeben. Für das Zeitungsgespräch kehrte er aber nochmals an seinen Wirkungsort zurück und wurde von den Mitarbeitenden und den Bewohnerinnen und Bewohnern mit herzlichem «Hallo» empfangen. Jeden Morgen um sieben Uhr habe der Chef mit Therapiehund Teddy einen Rundgang durch das Alters- und Pflegeheim gemacht, dabei alle Anwesenden einzeln begrüsst und sich nach dem Befinden erkundigt, erzählt eine Pflegefachfrau. «Menschlichkeit verbunden mit Professionalität war mir stets ein wichtiges Anliegen», vermerkt dazu Simon Abenhaim.

In den knapp drei Jahrzehnten, in denen der frisch Pensionierte als Heimleiter tätig war, erfuhr das Notkerianum auf den verschiedensten Ebenen immer wieder Erneuerungen. Wichtige Meilensteine waren jeweils bauliche Projekte. «Die herrschaftliche Villa wurde 1911 für den Stickereifabrikanten Hufenus erbaut», sagt Simon Abenhaim. Nach dem Zusammenbruch der Stickereibranche Anfang der 20er-Jahre sei das gesamte Grundstück an das Kloster Menzingen gelangt. Die Räumlichkeiten wurden als Privatklinik genutzt, bis die Anlage Ende der 70er-Jahre in den Besitz eines gemeinnützigen Vereins mit Sitz in St. Gallen überging. Er richtete ein Alters- und Pflegeheim mit 73 Betten ein.

Neue Bedürfnisse entstanden

Zwischen 1997 bis 2001 erfuhr das Notkerianum eine umfassende Sanierung. Die Drei- und Vier-Bett-Zimmer wurden aufgehoben und durch Einer- und Zweier-zimmer mit eigenem Badezimmer ersetzt. Weitere Meilensteine waren die Einweihung von Alterswohnungen und die Einweihung des neuen Foyers als Saal für Veranstaltungen. Zurzeit entstehen auf dem Gelände des Notkerianums weitere Alterswohnungen.

«In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in der Alters- und Pflegebetreuung vieles verändert. Neue Erkenntnisse wurden gewonnen, neue Bedürfnisse entstanden», sagt Simon Abenhaim. Seine Erfahrungen brachte er nicht nur im Notkerianum ein, sondern auch in Gremien wie beispielsweise der Alterskonferenz der Stadt St. Gallen.

Ehrenamtliche Tätigkeit

«Langweilig wird es mir bestimmt nicht», sagt der eidgenössisch diplomierte Heimleiter zu seinen Zukunftsplänen. Gut vorstellen könne er sich, ehrenamtlich tätig zu sein. Ausserdem freue er sich darauf, mehr Zeit für seine Frau, Hund Teddy, den Garten und die Malerei zu haben.

Sein Nachfolger Elmar Wagner wird den Aufgabenbereich in veränderter Form wahrnehmen. Da sich der Trägerverein, der sowohl das Notkerianum als auch den Lindenhof betreibt, neue Strukturen gegeben hat, arbeitet Wagner in beiden Alters- und Pflegeheimen als kaufmännischer Leiter.