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ABSCHIEBUNG: In St.Gallen mit Drogen gedealt: Ein halbes Jahr Gefängnis für einen jungen Serben

Ein 20-jähriger Serbe wollte schnell zu Geld kommen. Er liess sich deshalb anheuern, um in der Schweiz mit Drogen zu handeln. Dafür kassierte er jetzt vom Kreisgericht St.Gallen eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Ein halbes Jahr davon muss er absitzen. Da dies durch die Untersuchungshaft abgegolten ist, wird der junge Mann ausgeschafft.
Claudia Schmid
Symboldbild: Das Kreisgericht St.Gallen hat einen jungen Serben verurteilt, der speziell für den Drogenhandel nach St.Gallen gereist war. (Bild: Archiv Tagblatt)

Symboldbild: Das Kreisgericht St.Gallen hat einen jungen Serben verurteilt, der speziell für den Drogenhandel nach St.Gallen gereist war. (Bild: Archiv Tagblatt)

Der junge Mann aus Serbien sollte nach eigenen Angaben während zwei bis drei Monaten in der Ostschweiz bleiben, um hier auf Anweisung serbischer Drogenhändler Heroinkugeln zu verkaufen. Damit wollte er rund 2000 bis 3000 Franken zu verdienen. In seiner Heimat gebe es kaum Arbeit. Trotz abgeschlossener Lehre im Handwerksbereich sei es sehr schwer etwas zu finden, um Geld zu verdienen, begründete der junge Mann, weshalb er sich mit 19 Jahren von Landsleuten zum Drogendealen hatte anheuern lassen.

Der Angeklagte reiste am 10. September 2017 mit einem Reisebus von Serbien in die Schweiz ein. An der Bushaltestelle in St.Gallen wurde er laut Anklageschrift von einem Schweizer empfangen, der ihm einen Plastiksack mit etwa vierzig Kugeln Heroingemisch zu drei und fünf Gramm übergab. Der Beschuldigte war bereits zuvor instruiert worden, in Eschlikon TG ein reserviertes Hotelzimmer für zwei Wochen zu mieten. Zudem bekam er für den Drogenhandel von seinen Auftraggebern zwei Mobiltelefone mit Schweizer SIM-Karte.

Kurze Zeit nach «Arbeitsbeginn» verhaftet

Zwischen dem 12. und 14. September 2017 erhielt er von seinem «Chef» via Mobiltelefon drei Heroinbestellungen samt Mengenangabe, Übergabeort und Fahrplan. Darauf verkaufte der Beschuldigte in St.Gallen-Winkeln bei verschiedenen Bushaltestellen jeweils zwei bis drei Kugeln Heroingemisch. Das Geld wurde ihm in einem Couvert überreicht, das er einem Mann in St.Gallen überbrachte. Er selber wurde jeweils mit 100 Franken entlöhnt.

Am 14. September verhaftete ihn die Polizei an der Bushaltestelle Kräzern. Er trug vier Kugeln Heroingemisch auf sich. Beim Durchsuchen seines Hotelzimmers fanden die Beamten weitere 31 Kugeln, die für den Verkauf bestimmt waren. Somit bezog sich der Tatvorwurf vor Kreisgericht auf Handeln mit 33 Gramm reinem Heroin.

Die Staatsanwältin hatte den jungen Serben im abgekürzten Verfahren angeklagt. Damit hatten sich die Parteien im Vorfeld der Verhandlung auf ein Strafmass geeinigt, dass sie dem Kreisgericht zur Genehmigung unterbreiteten. Es sah eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren vor, wobei ein halbes Jahr im Gefängnis abzusitzen sei und der Rest mit einer Probezeit von zwei Jahren auferlegt werden sollte. Zudem wurde eine Landesverweisung von fünf Jahren beantragt.

Schnelles Verfahren, schneller abgeschoben

Obwohl es sich um ein abgekürztes Verfahren handelte, bemängelte der Verteidiger das Strafmass als zu hoch. Noch vor wenigen Jahren seien die Strafen deutlich geringer ausgefallen. Als Verteidiger habe man aber fast keine Chance, nicht in ein abgekürztes Verfahren einzuwilligen, da es den Beschuldigten den Vorteil bringe, schneller verurteilt und in die Heimat abgeschoben zu werden.

Das Kreisgericht St.Gallen erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil. Das Gericht halte das beantragte Strafmass für angemessen, betonte der vorsitzende Richter. In der Zwischenzeit orientiere man sich nämlich an einem neuen Strafzumessungsmodell. Dieses sehe fünf Hierarchiestufen vor. Weil es sich beim Beschuldigten um einen nichtsüchtigen Dealer handle, werde er nicht der untersten, sondern der vierten Hierarchiestufe zugeordnet.

Da der Beschuldigte just bis zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung ein halbes Jahr im Gefängnis verbracht hatte, konnte sofort die Abschiebung in seine Heimat eingeleitet werden. Der Haftaufenthalt sei ihm eine Lehre gewesen. Er werde sich nie wieder auf einen solchen Handel einlassen, beteuerte der junge Serbe.

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