Abriss und Wiederaufbau

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Standortwechsel Die Idee, Häuser zu verschieben, ist nicht neu. Schon im 19. Jahrhundert wurden entsprechende Pläne geschmiedet. Es war damals nicht ungewöhnlich, Häuser abzubrechen und an einem neuen Standort wieder aufzubauen. Als bekanntestes Beispiel nennt der städtische Denkmalpfleger Niklaus Ledergerber das Haus Schönbühl an der Leimatstrasse 7. Als der Stickereifabrikant Conrad Schläpfer seinen Wohnsitz von Speicher nach St. Gallen verlegte, nahm er sein Haus mit – wohl aus Kostengründen. Es wurde in Einzelteile zerlegt, auf Fuhrwerke verladen, in die Stadt transportiert und ­wieder aufgebaut.

Das war laut Ledergerber kein Einzelfall. Weitere Beispiele sind das alte Kornhaus, das beim Bahnhof stand und später bei der Kaserne als Depotgebäude ­diente, oder eine alte, inzwischen ebenfalls abgebrochene Scheune an der Speicherstrasse. Sie soll einst im Toggenburg aufgebaut worden sein. Zudem wurde 1911 an der St.-Leonhard-Strasse die Villa Kürsteiner abgebrochen, da sie dem Bau des «Mercatoriums» im Weg stand. Ihre Gebäudeteile wurden beim Bau der Villa Malta im Riethüsli wiederverwendet.

Neueren Datums ist eine Miniatur-Hausverschiebung mittels Schwertransport. Vor fünf Jahren erhielt der Skilift am Schlösslihang ein neues Vereinslokal. Das acht Tonnen schwere Lokal wurde in drei Stunden von Winkeln nach Haggen befördert. (cw)