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Abfallsack für Kunststoffe

Der ZAB-Kehrichtsack erhält gewollte Konkurrenz: In einer Woche kommt der «Kuh-Bag» auf den Markt. In den neuen 60-Liter-Sack können Kunststoffe aus dem Haushalt gestopft werden.
Hans Suter
Die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag vor dem neuen ZAB-Fahrzeug, das Werbung für die Kuh-Bags macht. (Bild: Hans Sutter)

Die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag vor dem neuen ZAB-Fahrzeug, das Werbung für die Kuh-Bags macht. (Bild: Hans Sutter)

Der Name Kuh-Bag für den neuen Sammelsack ist eine Wortschöpfung aus «Kunststoffe aus Haushaltungen» und «Beutel» auf Englisch (Bag). Der Kuh-Bag wird am 1. Oktober als Schweizer Premiere in den mehr als 100 Gemeinden der Abfallzweckverbände ZAB und KVA Thurgau gemeinsam lanciert.

Ergänzung zur PET-Sammlung

Die Sammlung gemischter Verpackungskunststoffe ist als Ergänzung zu den bereits bestehenden Sammlungen für PET- und Plastikflaschen gedacht, um noch grössere Mengen Kunststoff in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. Kunststoffe wie Blumentöpfe oder Kanister, Getränkekartons (Tetra-Pak) oder Folien und Verpackungsmaterial können bei den Grossverteilern nicht abgegeben werden. Deshalb landeten die Kunststoffabfälle bislang im Kehricht. Das soll sich mit dem Kuh-Bag ändern: Gegen eine Gebühr von zwei Franken für den Sammelsack mit 60 Liter Volumen können die Kunststoffe der Wiederverwertung zugeführt werden (siehe Kasten).

Als Pilotprojekt angelegt

ZAB-Geschäftsführer Claudio Bianculli geht davon aus, dass etwa 50 Prozent der so gesammelten Kunststoffe rezykliert werden können. Der Rest geht in die thermische Verwertung, woraus Wärme und Strom gewonnen werden. Der Kuh-Bag kann ab dem 1. Oktober als Zehnerrolle für 20 Franken an jenen Verkaufsstellen erworben werden, wo auch die ZAB-Kehrichtsäcke erhältlich sind (ausser Migros). Gossauerinnen und Gossauer können die Säcke beim Easydrive zurückgeben.

Die Rücknahmelogistik wird laut ZAB-Verwaltungsratspräsident Kurt Baumann laufend ausgebaut. «Das Ganze ist als Pilotprojekt angelegt, bei dem wir Erfahrung sammeln können.»

Sonderprojekt in Wil

Nebst einer umfassenden Studie zum Gesamtprojekt wird in Wil eine weitere Studie zum Sammeln von Kunststoffen gemacht, wie Claudio Bianculli am Mittwoch an der Medienorientierung sagte. Der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid wird ab Anfang 2016 während eines Jahres in einem Quartier der Stadt Wil eine sogenannte Hol-Sammlung für Kunststoffabfälle einführen. Im Quartier, in welchem etwa ein Viertel der Bevölkerung der Stadt wohnt, wird ein ZAB-Fahrzeug die Säcke mit den Kunststoffabfällen vor den Haustüren abholen. Je nach Ergebnis werde das Projekt, das auf eine parlamentarische Initiative zurückgeht, weiterentwickelt oder gestoppt, sagte Claudio Bianculli weiter.

ZAB und KVA Thurgau arbeiten eng mit regionalen Partnern zusammen: vom Sammeln über das Sortieren bis hin zur stofflichen und thermischen Verwertung des Sammelguts. Das einfach zu adaptierende Konzept stösst auch in anderen Regionen auf Interesse. Es liegen bereits Anfragen aus St. Gallen und dem Rheintal vor.

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