Abfallhalde statt Minigolfanlage

RORSCHACHERBERG. Illegale Abfallentsorgung: Auf dem Areal zwischen dem Strandbad und der Fischzuchtanlage stapeln sich Holz, Metallfässer, Aludosen und anderer Müll. Die SBB, denen das Grundstück gehört, wollen einen Zaun darum bauen und so den Zugang erschweren. Bis dieser steht, wird der Abfall aber nicht weggeräumt.

Michel Burtscher
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Ein klägliches Bild biete sich auf dem Areal östlich des Strandbads in Rorschach. Das schrieb ein Tagblatt-Leser, der kürzlich mit einer Reisegruppe durch das Gebiet spaziert ist. Es gleiche einer öffentlichen Abfallhalde. Das Areal, das der Leser meint, gehört zur Gemeinde Rorschacherberg. Dort, zwischen Strandbad und Fischzuchtanlage, stehen alte heruntergekommene Industriegebäude. Rorschacherbergs Gemeindepräsident Beat Hirs bezeichnet es als «Niemandsland».

Dosen und eine WC-Schüssel

Ein Augenschein vor Ort zeigt: Tatsächlich liegt überall auf dem Areal Abfall herum. Alte Holzbretter, Metallfässer, PET-Flaschen, Aludosen, Papier, Abfallsäcke, ein Velorahmen, ein Pneu, ja sogar eine WC-Schüssel und eine Badewanne. Das Problem sei bekannt, sagt Beat Hirs. «Es ist wirklich ein hässlicher Anblick.» Viel dagegen tun könne die Gemeinde aber nicht. «Der Abfall gefährdet niemanden, und die Lagerung von gewissen Materialien können wir nicht verbieten», sagt er. Das Grundstück gehöre sowieso nicht der Gemeinde Rorschacherberg. Grundeigentümerin sind die SBB. Und dieser habe er auch schon mitgeteilt, dass dort illegal Abfall abgeladen werde, sagt Hirs. Das bestätigt Mediensprecher Daniele Pallecchi. Der Sachverhalt sei den SBB bekannt, sagt er. Und dagegen wollen sie auch etwas tun. Und zwar soll um das ganze Areal ein Zaun errichtet werden, um den Zugang zu erschweren.

Minigolfanlage geplant

Wann das geschehen soll, kann Daniele Pallecchi aber noch nicht sagen. Man stehe mit der Gemeinde Rorschacherberg in Kontakt. Dies verneint aber Gemeindepräsident Hirs: «Ein Zaun war bisher noch nie ein Thema.» Grundsätzlich würde er den SBB als Grundeigentümerin aber empfehlen, einen Zaun zu bauen. Bevor dieser steht, soll der Abfall gemäss Pallecchi nicht weggeräumt werden. «Das würde nichts bringen, denn am nächsten Tag würde dort wieder Müll abgeladen werden.»

Wichtiger als der Zaun ist für Gemeindepräsident Hirs aber eigentlich, dass es mit der Überbauung auf dem Areal vorwärts- geht. Dort ist der Bau einer Minigolfanlage geplant.

Das Areal zwischen Strandbad und Fischzuchtanlage wird als öffentliche Abfallhalde missbraucht. (Bilder: Michel Burtscher)

Das Areal zwischen Strandbad und Fischzuchtanlage wird als öffentliche Abfallhalde missbraucht. (Bilder: Michel Burtscher)

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