«Abends gut lüften, nachts das Fenster zu»

Frühling ist Pollenzeit. Derzeit leiden wieder viele unter Heuschnupfen. Patrik Lehner ist Arzt im Allergiezentrum St. Gallen. Er kennt die unterschiedlichen Symptome und weiss, was hilft. Herr Lehner, was kann man gegen Heuschnupfen machen?

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Patrik Lehner Arzt im Allergiezentrum SG (Bild: pd)

Patrik Lehner Arzt im Allergiezentrum SG (Bild: pd)

Frühling ist Pollenzeit. Derzeit leiden wieder viele unter Heuschnupfen. Patrik Lehner ist Arzt im Allergiezentrum St. Gallen. Er kennt die unterschiedlichen Symptome und weiss, was hilft.

Herr Lehner, was kann man gegen Heuschnupfen machen?

Man kann dem Patienten das, worauf er allergisch ist, in steigender Dosis spritzen. Mit einer 80prozentigen Wahrscheinlichkeit verschwindet damit die Allergie. Dieser Vorgang nennt sich Desensibilisierung. Oder aber man behandelt die Symptome mit Medikamenten.

Helfen auch Naturheilkunde oder Homöopathie?

Bei leichten Symptomen kann eine Akupunktur helfen.

Was sind leichte Symptome?

Dazu gehören Augenbrennen oder eine laufende Nase. Hat jemand Asthma, niest er ständig, oder verkleben die Augen, sind das schwere Symptome.

Wie viele Patienten mit Heuschnupfen behandeln Sie?

Im Moment kommen jeden Tag zwischen 10 und 15. Davon haben die meisten leichte Symptome, etwa 20 Prozent leiden unter Asthma.

Welche Pollen fliegen gerade?

Es sind vor allem Birkenpollen. So langsam geht es auch mit den Eschen los. Am Flumserberg oder auf dem Säntis blühen die ersten Erlen und Haselsträucher. Und Pollen können bis zu 300 Kilometer weit fliegen.

Was raten Sie Menschen, die jetzt Heuschnupfen haben?

Am Abend sollten sie gut lüften und nachts das Fenster zu lassen. Wer lange Haare hat, sollte sie abends waschen. Wenn die Pollen dann so richtig fliegen, sollten sie nicht gerade dann joggen gehen. Bevor sie ins Freie gehen, können sie auch Antihistaminika einnehmen.

Viele entwickeln erst als Erwachsene Allergien. Kann man sich vor Heuschnupfen schützen?

Allergien haben mit Veranlagung zu tun. Wenn die Eltern Heuschnupfen haben, kann es gut sein, dass dieser auch bei ihren Nachkommen ausbricht. Mit einer solchen Veranlagung sollte man dann nicht stundenlang im hohen Gras mit den Kindern Fangis spielen. Denn für eine allergische Reaktion muss man mit den Auslösern in Kontakt kommen. Das ist der Grund, weshalb bei uns kaum einer auf Elefanten allergisch ist. (kbr)

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