«Abendruh» bekommt mehr Platz

Mit der Ruhe im Altersheim Abendruh ist es vorläufig vorbei: In unmittelbarer Nachbarschaft werden zurzeit zwei alte Häuser abgerissen. Sie müssen dem Erweiterungsbau für das «Abendruh» Platz machen.

Marion Loher
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Ihr letztes Stündchen hat geschlagen: Die Häuser 15 und 17 an der Bedastrasse, die in nächster Zeit dem Erdboden gleichgemacht werden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Ihr letztes Stündchen hat geschlagen: Die Häuser 15 und 17 an der Bedastrasse, die in nächster Zeit dem Erdboden gleichgemacht werden. (Bild: Hanspeter Schiess)

gossau. Noch stehen die beiden alten Häuser neben dem Altersheim Abendruh, noch sind sie als solche zu erkennen. Doch schon bald wird von ihnen nicht mehr viel übrig bleiben. Vor kurzem sind an der Bedastrasse 15 und 17 die Bagger aufgefahren, und mit den Abbrucharbeiten ist begonnen worden. Bald werden die beiden Häuser dem Erdboden gleich gemacht sein. Sie müssen dem Erweiterungsbau für das Altersheim Abendruh weichen.

24 zusätzliche Pflegeplätze

Im Neubau, der durch einen grosszügigen Eingangsbereich und eine Passerelle mit dem bestehenden Gebäude verbunden sein wird, entstehen auf vier Etagen 24 Einzimmerwohnungen für betagte und pflegebedürftige Menschen. Alle Zimmer haben eine Grösse von 32 Quadratmetern, sind nach Süden ausgerichtet und haben laut dem Leiter des Altersheims Abendruh, Lars Sostizzo, einen hohen Ausbaustandard. Nebst einem Wohn- und Schlafbereich verfügen alle Zimmer über eine eigene Nasszelle. Nach Wunsch könne sogar eine kleine Küche eingebaut werden, sagt Sostizzo. Zu den individuellen Pflegezimmern wird im Neubau auch Platz für zwei grosse Begegnungszonen geschaffen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner sei es wichtig, dass sie ausserhalb ihrer eigenen vier Wände einen Ort hätten, wo sie sich treffen und unterhalten könnten, so der Leiter des Altersheims.

Speisesaal wird ausgebaut

Zurzeit leben 55 betagte und pflegebedürftige Menschen im Altersheim an der Bedastrasse. Das durchschnittliche Eintrittsalter liege momentan bei etwa 90 Jahren, sagt Sostizzo. Ein grosser Teil der Bewohner sei stark pflegebedürftig oder dement. Aus diesem Grund ist im «Abendruh» vor gut einem Jahr eine Dementenstation eingerichtet worden. Diese wird in ihrer Grösse erhalten und auch künftig ihren Platz im alten Trakt haben. Dort befindet sich auch der Speisesaal. Er wird ausgebaut, damit die 24 zusätzlichen Bewohnerinnen und Bewohner Platz zum gemeinsamen Frühstück oder Abendessen haben.

Bereits jetzt eine Warteliste

Zwischen der ersten Idee eines möglichen Ausbaus und dem zurzeit stattfindenden Abbruch der beiden Gebäude liegen zwei Jahre. Sostizzo ist deshalb froh, dass es endlich losgeht. Und mit ihm wahrscheinlich auch viele ältere und pflegebedürftige Menschen in und um Gossau. Seit längerem ist bekannt, dass die Stadt mittelfristig zu wenig Plätze für solche Personen zur Verfügung stellen kann, die im dritten Lebensabschnitt Hilfe im Umgang mit dem täglichen Leben benötigen. Das hat auch der Leiter des Altersheims – einmal mehr – zu spüren bekommen. «Seit die Erweiterungspläne öffentlich sind», sagt Sostizzo, «haben sich schon zahlreiche Personen gemeldet.» Eine Warteliste werde bereits geführt. Der Heimleiter möchte jedoch erst im kommenden Frühjahr mit der Zimmervermietung beginnen, dann, wenn der Rohbau steht. Und falls alles planmässig verläuft, können jene, die einen Platz im «Abendruh» bekommen haben, ihren Einzug auf Oktober 2012 planen.