ABBRUCH: 80 Tonnen in der Schwebe

Die Passerelle über die Lindenstrasse beim Kantonsspital ist gestern abgebrochen worden. Der Abbruch begann schwierig, endete aber reibungslos. Die neue Passerelle wird im Herbst fertig.

Luca Ghiselli
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Mit einem Kran wird die rund 30 Meter lange Passerelle aus der Betonhalterung gehoben, gedreht und dann am Boden abgesetzt. (Bild: Benjamin Manser)

Mit einem Kran wird die rund 30 Meter lange Passerelle aus der Betonhalterung gehoben, gedreht und dann am Boden abgesetzt. (Bild: Benjamin Manser)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Passanten, Patienten und Mitarbeiter des Kantonsspitals staunten am Montagmorgen kurz nach 10 Uhr nicht schlecht: Die rund 30 Meter lange und 80 Tonnen schwere Passerelle, die bis anhin das Parkhaus Böschenmühle mit dem Haus 25A verband, wurde mit schwerem Gerät aus ihrer Halterung genommen und abtransportiert. Ein Fahrzeugkran hob die Fussgängerbrücke an Eisenketten an, drehte sie über den Häusern in der Luft und setzte sie nur fünf Minuten, nachdem sie aus der Halterung gehoben wurde, wieder am Boden ab. Dort wurde sie dann in der Mitte zerschnitten und anschliessend abtransportiert.

Bis es so weit war, galt es aber, einige Stolpersteine zu überwinden. Die Zaungäste mussten sich in Geduld üben, denn eigentlich war der Abbruch der Passerelle bereits für 8 Uhr vorgesehen gewesen. Gleich dreimal mussten aber Bauarbeiter mit dem Schweissbrenner ans Werk, um hervorstehende Metallteile zu beseitigen. «In solchen Fällen können schon wenige Millimeter den Ausschlag geben», sagte Bauleiter Viktor Ammann.

Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
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Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Umbau (Bild: Benjamin Manser)
Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)

Kantonsspital Passarelle (Bild: Benjamin Manser)

Für Fussgänger und Logistikdienste

Wären die Teile nicht entfernt worden, hätte die Passerelle beim Anheben dort eingehängt. Ein Abtransport wäre so unmöglich gewesen. Für den Bauleiter ist der Abbruch einer Passerelle kein alltägliches Unterfangen. «Ein solches Projekt setzen wir nicht jeden Tag um. Es sind Aufgaben wie diese, die das Bauen spannend machen.»

Die alte Fussgängerbrücke weicht einer neuen, doppelstöckigen Passerelle. Die Montagearbeiten für die neue Passerelle beginnen im Juni und dauern bis Oktober. Ab dann soll sie einerseits von Fussgängern, andererseits zu Logistikzwecken genutzt werden. Der eine Arm der Passerelle verläuft analog zur alten von der Plattform zwischen den Häusern 25A und 24 und dem Parkhaus, der andere verbindet das neue Haus 10 mit den Bauten auf der anderen Strassenseite. Die neue Passerelle ist deutlich länger und schwerer als die alte: Sie wiegt rund 125 Tonnen und misst über 50 Meter. Der Neubau des Hauses 10 befindet sich derzeit im Rohbau im zweiten Obergeschoss. Bis Herbst 2018 soll das Gebäude, in dem dereinst verschiedene Kliniken und Dienste wie die Psychosomatik oder die Nephrologie untergebracht werden, bezogen sein.