A1-Ausbau ganz im Sinn des Reglements

Frage von Debora Buess (Junge Grüne): Seit gut zwei Jahren gilt das vom Volk deutlich angenommene Reglement für nachhaltige Verkehrsentwicklung. Wie können Sie trotz des darin verankerten Ziels, den motorisierten Verkehr zu plafonieren, für den Ausbau der Stadtautobahn sein?

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Andreas Dudli Kandidat Stadtparlament FDP (Bild: Quelle)

Andreas Dudli Kandidat Stadtparlament FDP (Bild: Quelle)

Frage von Debora Buess (Junge Grüne): Seit gut zwei Jahren gilt das vom Volk deutlich angenommene Reglement für nachhaltige Verkehrsentwicklung. Wie können Sie trotz des darin verankerten Ziels, den motorisierten Verkehr zu plafonieren, für den Ausbau der Stadtautobahn sein?

Andreas Dudli (FDP): Das Verkehrsreglement sagt nichts von einer «Plafonierung» des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Es wurde positiv formuliert: Die Stadt soll bestrebt sein, das Verkehrswachstum über Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr aufzufangen. Dass das Reglement eine Finte ist, darauf hat die FDP bereits im Abstimmungskampf hingewiesen. Denn das Wachstum des MIV kann die Stadt gar nicht beeinflussen. Wie auch? Das Bundesamt für Strassen (Astra) geht von einem Wachstum von 20 Prozent bis 2030 aus. Bereits in acht Jahren rechnet es für St. Gallen «mit einer erheblichen Überlastung der Autobahn».

Dem Verkehrsreglement kann entnommen werden, dass mit dem Verkehrswachstum das öV-Angebot ausgebaut werden soll. Dies dagegen kann die Stadt aktiv beeinflussen. In diese Richtung ist auch viel unternommen worden: Es ist massiv in den Ausbau des VBSG-Streckennetzes investiert worden (mit neuen Linien, Taktverdichtungen und neuer Busflotte). Den Vorgaben des Reglements wird also Folge geleistet.

Die Engpassbeseitigung auf der Stadtautobahn wird dazu beitragen, die Verkehrssituation in der Stadt selber zu entschärfen. Damit kommt diese Massnahme auch dem öV zugute und ist sogar eine Massnahme im Sinne des Verkehrsreglements. Denn was nützt ein Bus, wenn er im Stau stecken bleibt?

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die im Infrastrukturfonds des Bundes zur Verfügung stehenden Gelder für das Projekt in St. Gallen eingesetzt werden. Dies wird die Verkehrssituation auf der Autobahn und auf Stadtgebiet mittel- und langfristig entschärfen, wovon der Wirtschaftsraum St. Gallen direkt profitiert.

Frage an Daniel Häusermann (Grünliberale): Der Marktplatz soll gemäss einer Initiative autofrei werden. Was spricht dagegen, für die dafür aufzuhebenden Parkplätze darunter ein unterirdisches Parkhaus zu bauen?

Am 23. September wird das Stadtparlament neu bestellt. Vorher kommen im Tagblatt Kandidierende zu Wort. Sie beantworten in Form einer Stafette Fragen, die ihnen andere Kandidaten stellen.