75 JAHRE OLMA75 JAHRE OLMA: Die späte Ehre für den zerstreuten Hans Krüsi

Olma-Plakate

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Das Olma-Plakat 2002 von Hans Krüsi. (Bild: PD)

Das Olma-Plakat 2002 von Hans Krüsi. (Bild: PD)

Ein Olma-Plakat gestalten zu dürfen, ist eine Ehre. Der Wettbewerb wird nicht öffentlich ausgeschrieben, die Teilnahme erfolgt auf Einladung. Und eine solche Einladung wurde einst auch dem Ostschweizer Künstler Hans Krüsi ausgesprochen. Der Vertreter der Art brut war ein St. Galler Original, das sich mit Bildern auf Servietten, Karton oder Packpapier in die Herzen der Bevölkerung zeichnete. Ehrensache also, dass die Olma ihn einlud, ein Plakat zu gestalten. Was ihn auch sehr gefreut habe, wie damalige Weggenossen wissen. Alle Unterlagen zur Teilnahme inklusive genauer Vorgabe der Bildgrösse wurden ihm wie auch den anderen Teilnehmern zugesandt. Doch Krüsi kam nicht in die Kränze: Er verpasste den Einsendeschluss!

Gleiche Regeln für alle, hat sich die Jury gedacht und für Krüsi keine Ausnahme gemacht. Dass die Olma aber nie ein Krüsi-Plakat haben sollte, konnten die Verantwortlichen dann doch nicht hinnehmen. Daher wurde dem 1995 verstorbenen Künstler postum die Ehre angetan. Für das Jahr 2002 wurde kein Plakatwettbewerb ausgerufen, sondern festgelegt, dass ein Bild von Krüsi die Olma ankünden soll.

Im Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen, das Krüsis Nachlass verwaltet, hat die Jury ein passendes Sujet gefunden. Es handelt sich dabei um den Ausschnitt eines seiner Werke. Ob der Ausschnitt besser war als das eigens angefertigte Plakat von Krüsi, das er einzureichen vergass, wird wohl auf immer ein Geheimnis bleiben. (rsp)

Seit ihrer ersten Ausführung wirbt die Olma mit Plakaten für das Grossereignis. Ihr Zweck: Sie müssen auffallen und die Themen Landwirtschaft und Ernährung transportieren. Die Plakate sind mittlerweile zu Kultobjekten geworden und haben alle eine Geschichte. Während der diesjährigen Olma werden sie an dieser Stelle noch einmal erzählt. (red)