600 Jahre freie Reichsstadt Rapperswil

Am 10. April vor 600 Jahren erhielt Rapperswil den Brief mit Siegel als freie Reichsstadt vom deutschen König Sigismund. Die entsprechende Urkunde wird im Stadtarchiv aufbewahrt.

Drucken
Teilen

Am 10. April vor 600 Jahren erhielt Rapperswil den Brief mit Siegel als freie Reichsstadt vom deutschen König Sigismund. Die entsprechende Urkunde wird im Stadtarchiv aufbewahrt.

Im Frühling 1415 konnten sich die Bewohner des kleinen Städtchens Rapperswil über ihre Lebensumstände nicht beklagen. Der Mittwochsmarkt war gut besucht, die Händler und Pilger verrichteten am Brückentor brav ihren Zoll, die Handwerker hatten zu tun – man konnte also zufrieden sein. Dabei hatte man schon ganz andere Zeiten erlebt. Noch nicht einmal 30 Jahre waren es her, da mussten die Rapperswiler als österreichische Untertanen in der Schlacht bei Näfels gegen die Eidgenossen in den Kampf ziehen.

60 junge Männer aus der Stadt blieben tot auf dem Schlachtfeld liegen. Die Sieger rächten sich, indem sie auf der Rückkehr in die Innerschweiz die Stadt zu zerstören versuchten. Doch mussten sie dank der tapferen Gegenwehr der Stadtbewohner nach drei Wochen unverrichteter Dinge abziehen.

Die Regierung in Wien belohnte diese Treue auf grosszügige Weise: Rapperswil durfte ab sofort die Erträge des Brücken- und Seezolls wie auch alle Gerichtsbussen für seine Stadtkasse verwenden. Zusätzlich bekamen die Bürger mehr Rechte: Sie konnten von nun an ihren Schultheiss und die Räte selber wählen. (zsz)

Aktuelle Nachrichten