52 wollen, 14 dürfen planen

Der Mörschwiler Freihof interessiert weit über die Gemeindegrenzen hinaus. 52 Architekturbüros haben sich beworben für einen Neubau. Darunter drei aus Italien.

Corinne Allenspach
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14 Architekturbüros arbeiten bis Ende November ein Projekt aus, wie der neue Freihof zwischen «Ochsen» und «Adler» (rechts) aussehen soll. (Bild: Michel Canonica)

14 Architekturbüros arbeiten bis Ende November ein Projekt aus, wie der neue Freihof zwischen «Ochsen» und «Adler» (rechts) aussehen soll. (Bild: Michel Canonica)

MÖRSCHWIL. Der Zeitpunkt war eher ungünstig. Im Juli, mitten in den Sommerferien, wurde der Architekturwettbewerb für einen Neubau des Mörschwiler Freihofs gestartet. Die Architekten hatten drei Wochen Zeit, ihre Bewerbung einzuschicken. 52 taten dies. 48 aus der Schweiz, drei aus Italien, einer aus Österreich. «Eine sehr erfreuliche Zahl», findet Mörschwils Gemeindepräsident Paul Bühler. Angesichts der Sommerzeit, aber auch aufgrund der speziellen Aufgabenstellung und Situation. «Man kann sich ja eigentlich nur die Finger verbrennen.»

Preisgericht hat ausgewählt

Bühler spricht aus Erfahrung. Seit 2001 ist das ehemalige Restaurant Freihof im Besitz der Gemeinde, und seither wird nach einer Lösung gesucht. Bisher vergeblich. Einst Schmuckstück, heute längst Schandfleck mitten im Dorfzentrum, sorgt der Freihof immer wieder für hitzige Diskussionen. Im März 2013 stimmte die Bürgerversammlung für einen Abbruch mit Neubau, in der zweiten Juliwoche wurde der Architekturwettbewerb gestartet. Bereits jetzt ist ein Rekurs von direkten Nachbarn angekündigt, sobald das Baugesuch für einen Neubau aufliegt (Tagblatt vom 12. Juli).

In der Wettbewerbsausschreibung heisst es unter anderem, ein Neubau müsse sich gemäss Schutzverordnung der Gemeinde «besonders gut in das geschützte Ortsbild einfügen und es im positiven Sinn ergänzen». Bis Ende Juli konnten sich alle Interessierten bewerben, «die glauben, sie könnten die gestellte Aufgabe erfüllen», wie Bühler sagt. Die 52 Bewerbungen wurden von einem zehnköpfigen Preisgericht – bestehend aus Gemeindepräsident, Vertretern des Gemeinderats und Architekten – gesichtet und bewertet. Unter Einbezug von Raumplanern. Laut Bühler hat sich die Jury in drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe habe ihre Favoriten gewählt. Danach wurden die Resultate zusammengelegt und jene Büros ausgewählt, die die meisten Stimmen erhielten. «Architekten, die bisher nur Fabrikgebäude erstellt haben, hatten natürlich weniger Chancen als solche, die Erfahrung haben mit Bauten im Dorfkern oder mit denkmalgeschützten Häusern», sagt Bühler.

Meiste Bewerber für Sporthalle

Einen Neubau planen dürfen nun 14 Architekturbüros, acht aus dem Grossraum Zürich, vier aus der Stadt St. Gallen, je eines aus Rheineck und Italien. «Wir hatten schon beim Wettbewerb für die Sporthalle und fürs Wohn- und Pflegezentrum Bewerber aus dem In- und Ausland», sagt Bühler. Wettbewerbe seien generell interessant für Architekten. «Gerade für junge sind sie auch ein Sprungbrett.» Die Dreifachhalle wollten gar 104 Architekten bauen, das Pflegezentrum 67. Dass es beim Freihof etwas weniger waren, habe vermutlich auch damit zu tun, dass der Bau vom Volumen her für viele Architekten zu wenig interessant sei, glaubt Bühler.