Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

50 Jahre Obstbauring Häggenschwil-Wittenbach: Bauern ringen um Qualität

Um die eigene Weiterbildung sichern zu können, gründeten vor 50 Jahren Landwirte den Obstbauring Häggenschwil-Wittenbach. Heute steht für diese Organisation die Bekämpfung von Schädlingen im Vordergrund.
Nina Rudnicki
Ivo Sager auf seiner Plantage in Lömmenschwil. Er ist Präsident des Obstbauringes Häggenschwil-Wittenbach. (Bild: Urs Bucher)

Ivo Sager auf seiner Plantage in Lömmenschwil. Er ist Präsident des Obstbauringes Häggenschwil-Wittenbach. (Bild: Urs Bucher)

Nina Rudnicki

redaktiongo

@tagblatt.ch

Weniger Pflanzenschutzmittel im Obstbau einsetzen und verstärkt auf natürliche Mittel setzen – das gehört aktuell zu den grössten Herausforderungen für den Obstbauring Häggenschwil-Wittenbach. «In diesem Bereich gibt es viele nationale und kantonale Bestrebungen und zahlreiche Programme», sagt Ivo Sager, Präsident des Obstbaurings. Als Beispiele nennt er die Bekämpfung der Kirschessigfliege oder des Apfelwicklers. Gegen die Kirschessigfliege können anstelle von Pflanzenschutzmitteln beispielsweise spezielle Netze eingesetzt werden, die sich um die Bäume spannen lassen. Und gegen den Apfelwickler, dessen Larven sich in die Äpfel bohren, verspricht die Verwirrungstechnik Erfolg. Dabei wird mittels Lockstoffe verhindert, dass sich Männchen und Weibchen zur Paarung finden.

Zu den Aufgaben des Obstbaurings gehört es, seinen Mitgliedern zu solchen Entwicklungen Weiterbildungen anzubieten, oder Betriebe mit entsprechender Erfahrung zu besuchen. Seit 50 Jahren organisiert der Obstbauring drei bis vier Mal jährlich entsprechende Veranstaltungen. Ziel ist und war es stets, die Qualität und den Ertrag zu ver- bessern.

Ein Pionier in der Region

Als der Obstbauring Häggenschwil-Wittenbach 1968 gegründet wurde, gehörte er laut Ivo Sager zu den ersten in der Region. «Der Obstbau befand sich damals auf einem Niveau, auf dem Tafelobst eine geringe Rolle spielte», sagt er. Tafelobst sei damals auf Hochstammbäumen angebaut worden, Niederstämme habe es noch praktisch keine gegeben. Die Qualität des Obstes sei niedriger gewesen, weil die Bäume weniger gepflegt werden konnten. «Nach und nach stieg allerdings der Anspruch der Konsumenten, sodass Obstbauringe gegründet wurden, um sich weiterzubilden, sich gegenseitig zu helfen und Erfahrungen auszutauschen», sagt Sager. 16 Bauern gehörten damals zu den Gründungsmitgliedern. 18 Betriebe sind heute Mitglied. Eine halbe Hektare pflanzt jeder Betrieb im Minimum an, was rund 1600 Bäumen entspricht. Zu den grössten Veränderungen gehört laut Sager die Struktur der Betriebe selbst. Produzierten sie früher Obst, Fleisch und Milch, haben sie sich heute meist auf einen dieser Bereiche spezialisiert. Hinzugekommen ist die Direktvermarktung. Auf Ivo Sagers Betrieb gibt es beispielsweise einen Hofladen, er verkauft seine Produkte auf dem Bauernmarkt und beliefert private Haushalte genauso wie öffentliche Institutionen.

Massenproduktion versus Qualitätsproduktion

Die Exkursionen führten die Mitglieder des Obstbaurings unter anderem in die Niederlande, ins Südtirol oder nach Deutschland. Im Gegensatz zur Schweiz wird beispielsweise in den Niederlanden für den Weltmarkt produziert. «Wer für den Weltmarkt produziert, der muss möglichst tiefe Herstellungskosten haben, sonst kann er mit der Konkurrenz nicht mithalten», sagt Sager. Für ihn sei es interessant zu sehen, wie und wo Kosten gespart würden und wie viel lockerer die Vorschriften dort seien als hierzulande. «Wir vom Obstbauring haben keine Massenproduktion, sondern eine Qualitätsproduktion», sagt er.

Bei einer Weiterbildung auf einem deutschen Betrieb hat der Obstbauring sich über den Maschinenschnitt an Bäumen informiert. In der Schweiz ist diese Methode gemäss Sager noch nicht sehr verbreitet. Die Baumschnittmaschinen sind mit Sägeblättern, rotierenden Messern oder Messerbalken bestückt, wodurch eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit ermöglicht wird – allerdings ebenfalls auf Kosten der Qualität. «Darum können wir die Maschinenschnitttechnik nicht einfach so übernehmen. Aber in unseren Weiterbildungen beschäftigen wir uns etwa damit, wie wir die Maschinen- und Handschnitttechnik kombinieren könnten, um das beste Resultat zu erzielen», sagt er. «Und auch bezüglich neuen Anbau- und Baumformen müssen wir stets auf dem aktuellsten Stand sein. Denn je besser die Baumform, desto geringer ist der Arbeits­aufwand und desto höher die Qualität.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.