48 Unterschriften gegen Gestaltungsplan

Beinahe 50 Unterschriften haben zwei Tübacher gegen den Gestaltungsplan Zentrumswiese gesammelt. Sie sprechen sich gegen die Flachdächer der Überbauung aus und wollen die Bauherrschaft zum Umdenken bewegen. Der Gemeinderat klärt die Rechtslage ab.

Linda Müntener
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Sieben Mehrfamilienhäuser sollen auf der Zentrumswiese entstehen. (Bild: Fritz Bichsel)

Sieben Mehrfamilienhäuser sollen auf der Zentrumswiese entstehen. (Bild: Fritz Bichsel)

TÜBACH. «Tübachs Massenzuwanderung» steht auf den Unterschriftenbögen geschrieben, die Annette und Thomas Aepli Anfang April in Tübach verteilt haben. Das Ehepaar wehrt sich damit gegen den Gestaltungsplan Zentrumswiese. Rund fünf Prozent der Stimmberechtigten haben das Flugblatt unterschrieben, retourniert und somit «Einspruch» gegen den Gestaltungsplan erhoben.

Gegen die Flachdachpflicht

Stein des Anstosses ist die geplante Wohnüberbauung auf der Zentrumswiese. Diese liegt in der Bauzone. Die einstige Erbengemeinschaft und heutige Baugesellschaft Josuran plant auf der 12 000 Quadratmeter grossen «Dorfwiese» eine Überbauung mit 70 Wohnungen in sieben Mehrfamilienhäusern. Bei diesem Grossprojekt sei von über zehn Prozent zusätzlichem Wachstum auszugehen, schreiben Aeplis, «was die Bezeichnung Massenzuwanderung in dieser Sache faktisch rechtfertigt». Dem Ehepaar geht es aber nicht nur um den Bevölkerungszuwachs, sondern vor allem um das Ortsbild. Mit einer «expliziten Flachdachpflicht», die im Gestaltungsplan festgelegt ist, beeinträchtige der Gestaltungsplan das schützenswerte Ortsbild. «In einer solchen Dimension sind Flachdächer in einem <Bauerndorf> wie Tübach fraglich», sagt Thomas Aepli. Er erhofft sich, die Bauherrschaft mit den Unterschriften zum Umdenken zu bewegen.

Rechtslage abklären

Die Unterzeichnenden fordern den Gemeinderat auf, den Gestaltungsplan zu überarbeiten und «jeglichen Spielraum für ein Projekt, das die heutige Praxis schützt und öffentliche Interessen ernsthaft berücksichtigt», zu nutzen. Im Rathaus hat man die Unterschriften entgegengenommen. Wie der Gemeinderat diese behandelt, wird derzeit noch abgeklärt. «Es handelt sich bei den Unterschriften nicht um Einsprachen im eigentlichen Sinne, da sich die Unterzeichnenden nicht direkt, sondern über Thomas Aepli an den Gemeinderat gewendet haben», sagt Gemeindepräsident Michael Götte. Deshalb werde man die Rechtslage zuerst von einem Juristen beurteilen lassen. Hinzu komme, dass die Mehrheit der Unterzeichnenden keine Anstösser und somit «mit höchster Wahrscheinlichkeit» nicht einspracheberechtigt seien. Thomas Aepli sieht das anders. «Wie sich der Ortskern entwickelt, betrifft nicht nur die direkten Anstösser. Ein schützenswertes Interesse ist bei einem solchen Zukunftsprojekt der gesamten Dorfbevölkerung zuzusprechen.»

Neben den 48 Unterschriften sind innert der Frist drei Einsprachen von Anstössern gegen den Gestaltungsplan eingegangen. Der Gemeinderat wird diese laut Michael Götte schnellstmöglich prüfen und über das weitere Vorgehen entscheiden.

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