3000 Badewannen pro Stunde

RORSCHACH. Im Pumpwerk an der Seeuferpromenade wird die technische Infrastruktur erneuert. Die beiden Pumpen fördern Seewasser über eine Höhendifferenz von 35 Metern zur Promenadenstrasse, maximal 660 Kubikmeter pro Stunde.

Rudolf Hirtl
Drucken
Teilen
Das geheimnisvolle Häuschen an der Seeuferpromenade ist für einmal zugänglich. Es dient als Pumpwerk für die heimische Industrie. (Bilder: Rudolf Hirtl)

Das geheimnisvolle Häuschen an der Seeuferpromenade ist für einmal zugänglich. Es dient als Pumpwerk für die heimische Industrie. (Bilder: Rudolf Hirtl)

Es steht da, wie das einsame Türmchen eines Märchenschlosses. Das alte Pumphäuschen an der Seeuferpromenade, in der Nähe der Badhütte gelegen. Bäume und Büsche verstecken es so gut, dass vor Jahren ein ganz «Schlauer» im Buschwerk etwas Hanf anpflanzte. Zur Ernte kam es dann allerdings nicht; der «Stoff» wurde schon vorher entdeckt und entfernt.

Moderner und leichter

Diese Woche wird wieder einiges entfernt, nämlich 3,1 Tonnen Altmetall aus dem Inneren des Häuschen. Laut Projektleiter Stefan Halbheer von der Rorschacher Hagmann AG ist die technische Infrastruktur in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Die neuen Steuerelemente und Pumpen sind moderner und schlanker, aber dennoch leistungsstärker. So kann jede der beiden je 127 Kilo schweren Pumpen maximal 330 Kubikmeter Seewasser pro Stunde fördern. Zusammen gibt das eine Leistung, die der Menge von 3000 Badewannen entspricht.

Zum Heizen und Kühlen

Das Wasser wird 700 Meter vom Seeufer entfernt in einer Tiefe von vierzig Metern entnommen, zum Pumpwerk befördert und gelangt von dort über eine unterirdische Leitung an die Promenadenstrasse zur Firma Permapack AG. Dabei müssen 35 Höhenmeter überwunden werden. Laut Peter Sieber wird das Seewasser mit Hilfe einer Wärmepumpe zum Heizen der Gebäude genutzt und parallel dazu werden auch Druckmaschinen gekühlt. Ausserdem führe ein Strang zum Wohndorf der HPV, das ebenfalls so geheizt werde. «So nahe am See gelegen drängt es sich auf, dass wir diese umweltfreundliche Technik einsetzen», sagt der Facility Manager der Permapack. Die Rorschacher Firma nutzt das Pumpwerk an der Uferpromenade seit 30 Jahren für seine Zwecke. Zuvor hat es schon mehrere Jahrzehnte der Feldmühle gedient. Erbaut wurde das Häuschen gemäss Grundbucheintrag im Jahr 1952.

Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin

Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin

Die Monteure Miroslav Begic und Franjo Mandelc haben nur wenig Platz, um die neuen Pumpen im sieben Meter tiefen Schacht zu installieren. (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

Die Monteure Miroslav Begic und Franjo Mandelc haben nur wenig Platz, um die neuen Pumpen im sieben Meter tiefen Schacht zu installieren. (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

Aktuelle Nachrichten