30 Tage für zwei Millionen

Im Gymnasium Marienburg wird weiterhin an die Rettung geglaubt. Für die lancierte «Neue Marienburg AG» sind jedoch bis zum 16. Dezember zwei Millionen Franken gefordert. Gesucht wird ein grosser Mäzen sowie Aktionäre.

Rudolf Käser
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In Gruppengesprächen erörterte Daniel Walker die weitere Vorgehensweise für eine erfolgreiche Aktienzeichnung. (Bild: Rudolf Käser)

In Gruppengesprächen erörterte Daniel Walker die weitere Vorgehensweise für eine erfolgreiche Aktienzeichnung. (Bild: Rudolf Käser)

THAL. Gut 80 Besucher, überwiegend Eltern von derzeitigen Gymnasiasten, fanden sich im Gymnasium Marienburg an einer umfassenden Information ein. Mit dieser Vollversammlung am Mittwoch wurde der Aktienverkauf lanciert. Noch vor Weihnachten muss der Entscheid, ob es mit der Marienburg weitergeht, fallen.

Hoffnung Sekundarschule

In kürzester Zeit wurde unter der Leitung des Unternehmensberaters Daniel Walker ein Businessplan namens walkerproject erstellt. Darin wird aufgezeigt, dass das Gymnasium einerseits aus seiner 80jährigen Tradition Zukunft haben muss. «Zudem ist die Marienburg mehr als Unterricht», so Walker. Das Gymnasium biete ganztägige umfassende Betreuung. Keine Zweifel liess er offen, dass die christliche Ausrichtung aus Werterhaltungsgründen weiterbestehen müsse.

Hoffnungen für einen Anstieg der Schülerzahlen auf 161 bis zum Jahr 2016/17 nannte Walker mehrere. Zum einen weise der Kanton St. Gallen eine niedrige Maturitätsquote auf. Da sei noch Potenzial vorhanden. Potenzial könne auch aus dem Vorarlberg und Süddeutschland geschöpft werden. Die grosse Hoffnung ruhe auf der Einführung einer Sekundarschule ab August 2013. Mit diesem Angebot könnten breitere Kreise angesprochen werden. Und das Gymnasium könnte aus einem grösseren Bestand Schülerinnen und Schüler rekrutieren.

Entscheid vor Weihnachten

Daniel Walker zählte eine Reihe von Kostensparmassnahmen auf. Sparpotenzial würde laut dem Unternehmensberater auch eine engere Kooperation mit dem Gymnasium Untere Waid als Partnerschule bringen. Die Verwaltung der Marienburg würde mit derjenigen der Unteren Waid zusammengelegt.

Die alles entscheidende Hoffnung ist jedoch die Zeichnung des erforderlichen Aktienkapitals. Bis zum 16. Dezember, also innerhalb von fast 30 Tagen, müssten zwei Millionen Franken gezeichnet oder zumindest zugesichert werden. Falls bis zu diesem Zeitpunkt zu wenige Zusagen eintreffen, werde die Schule per Ende Schuljahr 2012 geschlossen. Sämtliche Klassen der Marienburg würden dann vom Gymnasium Untere Waid übernommen.

Gesucht: Grosszügiger Mäzen

Die Aktien haben einen Nominalpreis von 500 Franken. Mit Aktionen sollen potenzielle Aktionäre motiviert werden. Dabei werde an den Freundeskreis Marienburg mit rund 1300 Mitgliedern gedacht, und an Eltern von Schülern, an Behörden oder Kirchenverwaltungen. Man sei sich aber bewusst, dass breite Streuung von Zeichnern allein nicht genügen würde, so Walker. «Wir benötigen mindestens einen Mäzen, der einen grossen Betrag zeichnet.»

www.marienburg.ch