27 Stimmen für Norbert Hälg

GOSSAU. Das Gossauer Stadtparlament hat einen neuen Präsidenten: Norbert Hälg (FDP) wurde gestern mit 27 von 29 Stimmen gewählt. In seiner Antrittsrede wünschte er sich kritische Bürgerinnen und Bürger – und eine Politik ohne Skandale.
Adrian Vögele
Die neue Spitze des Gossauer Parlaments: Präsident Norbert Hälg (rechts) und Vizepräsident Fredi Mosberger. (Bild: Ralph Ribi)

Die neue Spitze des Gossauer Parlaments: Präsident Norbert Hälg (rechts) und Vizepräsident Fredi Mosberger. (Bild: Ralph Ribi)

Er ist neu der höchste Gossauer: Gestern hat Norbert Hälg (FDP) von Stefan Harder (Flig) das Zepter des Parlamentspräsidenten übernommen. 27 von 29 anwesenden Parlamentsmitgliedern gaben Hälg die Stimme. Seine Rede zum Amtsantritt hielt er kurz – und relativierte das Bild vom «grossen Vorsitzenden», der über den Volksvertretern thront: «Als Parlamentspräsident hat man wenig Macht und das ist auch gut so. Da ich die Politik wenig beeinflussen kann, habe ich auch kein Programm. Ich kann mich auf einige wenige Wünsche beschränken», sagte Hälg, der seit drei Jahren im Parlament sitzt und im vergangenen Jahr das Amt des Vizepräsidenten bekleidete.

«Vertrauen in Politik stärken»

Sein erster Wunsch ging an die Gossauerinnen und Gossauer: «Ich wünsche mir, dass Sie sich kritisch einbringen. Gelangen Sie an die Parlamentarier, wenn Sie ein Anliegen haben, das von allgemeiner Bedeutung ist.» Für einfache Probleme, etwa Schlaglöcher in den Strassen, sei allerdings die Stadtverwaltung zuständig.

Von den Parteien wünscht sich der neue Präsident, «dass sie das Vertrauen in die Politiker, die Stadträte und die Verwaltung stärken und nicht Ressentiments schüren». Was sich als Anspielung auf die «7 statt 5»-Initiative der SVP zur Aufstockung des Stadtrats interpretieren liess, die im November an der Urne gescheitert war. Der Stadtrat sei engagiert, die Verwaltung effizient, hielt Hälg fest. Er verwies auf seine lange Erfahrung in der Privatindustrie sowie auf die Einblicke, die er als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission in die Arbeit der Stadtverwaltung erhalten habe. Zudem sprach sich Hälg für eine Politik aus, die ohne grosses Aufsehen funktioniert: «Gute Politik ist für die Zuschauer langweilig. Zum Glück haben wir keine Skandale und wenig Ereignisse mit Unterhaltungswert.»

Nussöl für Körper und Geist

Dennoch brachte der frisch Gewählte die Anwesenden später selber zum Schmunzeln: Als Geschenk an das Parlament hatte er Baumnussöl aus Eigenproduktion mitgebracht – etwas für Geniesser, wie er bemerkte. «Es wird erzählt, dass es zudem die geistige Leistungsfähigkeit steigere – nicht zuletzt, weil die Baumnuss ähnlich aussieht wie das menschliche Gehirn.» Er sei allerdings skeptisch, ob das stimme.

Ebenfalls gewählt wurden in der gestrigen Parlamentssitzung Vizepräsident Fredi Mosberger (CVP) und die Simmenzähler Frank Albrecht (SVP) und Katrin Rutz (Flig).

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