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25-jährige Frauen zieht’s nach Zürich

Der Kanton St.Gallen weist gemäss der Fachstelle für Statistik seit dem Jahr 2000 einen negativen Wanderungssaldo auf – im Thurgau ist es umgekehrt. Das heisst: Im grössten Ostschweizer Kanton ziehen mehr Personen in andere Kantone weg als aus diesen zuziehen. Ende 2016 lag der Saldo bei minus 1948 Personen – viermal höher als noch im Jahr 2011.

Den grössten Anteil an den Wegzügen hatte die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen; gemessen an der ständigen Wohnbevölkerung lag ihr Anteil zwischen 2011 und 2016 bei jeweils 36 bis 38 Prozent. In diesem Zeitraum war der Anteil der Frauen stets höher als derjenige der Männer. Bei beiden Geschlechtern haben die 25- bis 29-Jährigen jeweils den höheren Anteil an der interkantonalen Binnenwanderung als die 20- bis 24-Jährigen. Der beliebteste Zielkanton für die jungen St.Gallerinnen und St.Galler ist Zürich, gefolgt von den Kantonen Thurgau und Appenzell Ausserrhoden.

Junge kluge Appenzeller wollen weg

Trotz der Brisanz des Themas gibt es wenig erhärtete Zahlen aus der Forschung, was die Gründe für die Wegzüge angeht. Das Bundesamt für Statistik schrieb vor einigen Jahren Schlagzeilen mit seiner Brain-Drain-Studie zu jungen klugen Köpfen. Es befragte vier Jahrgänge von Studentinnen und Studenten: Wo hatten sie vor Studienbeginn gewohnt, und wo hielten sie sich ein Jahr nach Abschluss des Studiums auf? – Das Fazit: Nur gerade sieben Kantone profitieren von der Zuwanderung junger Talente; St.Gallen ist nicht darunter.

In der Ostschweiz leiden alle Kantone an einem Netto-Verlust an jungen Hochqualifizierten. Während aber St.Gallen nur rund 25 Prozent der jungen Talente verliert, findet sich das ländlich geprägte Appenzellerland – zusammen mit Uri – an der Spitze der unrühmlichen Rangliste der Brain-Drain-Champions – und zwar mit Abstand: So wohnten ein Jahr nach Studienabschluss über 50 Prozent der jungen Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder nicht mehr im Kanton, in Innerrhoden sind es sage und schreibe 80 Prozent, die Arbeitsplätze in den Wirtschaftszentren suchen.

Sowohl für junge Innerrhoder als auch für Ausserrhoder ist dabei Zürich das Ziel Nummer eins, gefolgt von St.Gallen, Bern und andern Zentren.

Grosse Zahl der Pendler ist nicht berücksichtigt

Die Zahlen geben nur die halbe Wahrheit wieder, denn sie berücksichtigen die massiven Ströme der Daheimgebliebenen nicht, welche täglich aus der Randregion in die grossen Zentren pendeln oder sich hier gar die ganze Woche aufhalten. In Innerrhoden arbeiten 88 Prozent der verbleibenden Gesamtbevölkerung auswärts, in Ausserrhoden sind es 70 Prozent derjenigen Hochschulabsolventen, die nach einem Jahr überhaupt noch im Kanton wohnen. Unangefochten an der Spitze der Wanderungsgründe junger Hochschulabsolventen sind die Jobaussichten.

Mit Abstand am attraktivsten sind der Dienstleistungssektor sowie wissensintensive Zweige der Industrie. Hier sind die grossen wirtschaftlichen Zentren der Schweiz klar im Vorteil. Ihr Grad an diesen Arbeitsplätzen ist bedeutend höher als im Appenzellerland. (cz, rw)

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