«25 Franken Pauschalgebühr sind üblich»

Ohne gültiges Ticket bleibt das Auto in der Parkgarage stehen. Ein Ersatzticket kostet in der Garage Trischli in Rorschach pauschal 25 Franken. «Ein überrissener Betrag», schreibt eine Leserin. «Im üblichen Rahmen», sagt Stadtschreiber Bruno Seelos.

Christoph Renn
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Ohne gültiges Parkticket bleibt die Schranke bei der Ausfahrt unten. (Bilder: Christoph Renn)

Ohne gültiges Parkticket bleibt die Schranke bei der Ausfahrt unten. (Bilder: Christoph Renn)

RORSCHACH. Parkgaragen können einem Labyrinth gleichen. Nach dem raschen Einkauf am Feierabend kann die Suche nach dem Fahrzeug schon einmal etwas länger dauern. Stress. Und dann folgt gleich der nächste Stolperstein: Die Suche nach dem Parkticket. Ist es im Portemonnaie oder doch im Handschuhfach? Das Ticket braucht jeder Fahrzeuglenker, um wieder aus der Garage zu kommen. Doch was passiert, findet man es nicht mehr? Für eine Gebühr von 25 Franken öffnet sich die Schranke – zumindest in der Parkgarage Trischli in Rorschach. Diesen Betrag findet eine Leserbriefschreiberin «überrissen für ein solches <Vergehen>». «Ich werde mich hüten, wieder in die Garage Trischli zu fahren.»

Bürger werden nicht bestraft

In Rorschach zahlt man in Garagen oder auf Parkplätzen mit Ticketsystem und Schranke bei Verlust der Karte diesen Pauschalbetrag. «Diese Gebühr soll keine Strafe sein», sagt Stadtschreiber Bruno Seelos. Liege dieser Betrag aber viel tiefer und wäre es billiger, den Pauschalbetrag statt die normale Parkgebühr zu bezahlen, würden wohl einige mehr ihr Ticket «verlieren». Andere Möglichkeiten, wie beispielsweise eine Kontrolle jedes einzelnen Vorfalles, würde zu hohe Kosten verursachen.

Den Pauschalbetrag von 25 Franken bei Verlust des Parktickets hat der Stadtrat im Parkierungsreglement – seit 2012 in Vollzug – so festgelegt. «Mit den 25 Franken heben wir uns nicht von anderen Parkhäusern ab», betont Seelos. Diese Gebühr sei üblich. Dies zeigt auch ein Blick nach St. Gallen. In den Parkhäusern Bahnhof, Brühltor und Stadtpark/AZSG beträgt die Pauschalgebühr gar 30 Franken. «Wir wollen mit diesem Betrag die Bürger nicht bestrafen. Wir wollen damit kein Geld verdienen», ergänzt Bruno Seelos.

Kein Geld für die Stadt

Geld kann die Stadt Rorschach mit den Parkgebühren sowieso keines verdienen: Für das Parkieren auf öffentlichem Grund wurde eine Spezialfinanzierung errichtet. Dies bedeutet, dass mit den Einnahmen die Ausgaben für allfällige Sanierungen und den Unterhalt gedeckt sein müssen. Es ist eine geschlossene Rechnung, und die Stadt darf das Geld– im vergangenen Jahr war die Spezialfinanzierung leicht defizitär – nicht anderwertig ausgeben. «Die Parkgaragen und -plätze müssen sich selbst finanzieren», sagt Seelos. Wäre dem nicht so, müssten alle – auch Bürger ohne fahrbaren vierrädrigen Untersatz – diese mitfinanzieren.

Stadt mit 1000 Parkplätzen. (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

Stadt mit 1000 Parkplätzen. (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)