21 Millionen für Wasserleitung und Kraftwerk

Um die Steinach vom St. Galler Abwasser zu befreien und ein Kraftwerk zu bauen, will die Stadt rund 21 Millionen Franken investieren. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

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Statt wie bisher in die Steinach soll das in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Hofen gereinigte Abwasser der Stadt St. Gallen ab 2012 durch eine Leitung direkt in den Bodensee abfliessen (Ausgabe vom 26. März). Bevor das 25-Millionen-Projekt – das auch den Bau eines Wasserkraftwerks beinhaltet – realisiert werden kann, muss es allerdings noch ein paar Hürden nehmen. Die erste ist das St. Galler Stadtparlament, dem die Vorlage nun zugeleitet wurde.

Die zweite Etappe

Mit grossem Widerstand von Seiten der Parlamentarier rechnet Stadtrat Fredy Brunner nicht. Denn das aktuelle Projekt sei die zweite Etappe eines dreiteiligen Gesamtpakets, das im Parlament bereits thematisiert worden sei, sagt er. Die erste und die dritte Etappe dieses «Pakets» betreffen die Sanierung der von St. Gallen und Wittenbach betriebenen ARA Hofen, während die aktuelle Vorlage die Weiterführung des gereinigten Abwassers regeln soll.

Das teuerste Teilprojekt der Vorlage ist die geplante Druckleitung von der ARA Hofen in Richtung Bodensee zur ARA Morgental. Dessen Kosten betragen voraussichtlich 11,5 Millionen Franken, wovon die Gemeinde Wittenbach einen Anteil von knapp elf Prozent übernehmen soll. Der zweite «grosse Brocken» ist das geplante Wasserkraftwerk beim ARA Morgental. 6,4 Millionen Franken wird die Anlage voraussichtlich kosten.

Dank der Höhendifferenz zwischen den beiden Abwasserreinigungsanlagen wird sie jährlich rund vier Millionen Kilowattstunden Strom produzieren.

Im Herbst an der Urne

Nachdem es das Kraftwerk passiert hat, wird das in der ARA Hofen gereinigte Abwasser zusammen mit dem Abwasser der ARA Morgental in den See geleitet.

An den Teilprojekten «Sanierung der bestehenden Seeleitung» und «Neue Seeleitung» beteiligt sich deshalb auch der Abwasserverband Morgental (AVM). «Eine Projektumsetzung kommt nur dann zustande, wenn alle Teilprojekte durch die zuständigen Entscheidungsgremien genehmigt werden», heisst es in der Parlamentsvorlage. Gemeint sind das Stadtparlament, die Gemeinde Wittenbach, der AVM sowie – als letztes «Entscheidungsgremium» – das Stimmvolk der Stadt St. Gallen. Die Vorlage kommt voraussichtlich im Herbst an die Urne. (per)

Laufend über den Projektstand informiert die Homepage www.unseresteinach.ch

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