«2018 rücken wir noch näher zusammen»

Der Intercity Genf–St. Gallen hält künftig fünf Minuten im Zürcher Tiefbahnhof. SBB-Regionalkoordinator Werner Schurter über den bevorstehenden Fahrplanwechsel im Dezember, zwei Resolutionen zum Spangenzug und den Ausbau Zürich–München.

Christoph Zweili
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Werner Schurter SBB-Regionalkoordinator Ostschweiz (Bild: ky/Gaetan Bally)

Werner Schurter SBB-Regionalkoordinator Ostschweiz (Bild: ky/Gaetan Bally)

Herr Schurter, mit dem Fahrplanwechsel im Dezember erhält die Ostschweiz mehr und schnellere Verbindungen Richtung Zürich. Wie lange halten die durchgehenden Fernverkehrszüge im Durchgangsbahnhof?

Werner Schurter: Der Intercity Genf–St. Gallen ohne Halt zwischen Winterthur und St. Gallen hat mit fünf Minuten eine kurze Aufenthaltszeit in der Durchmesserlinie. Wenn auch die Ausbauten Richtung Osten im Durchgangsbahnhof abgeschlossen sind, profitieren der IC Romanshorn–Brig und der Neigezug nach St. Gallen ebenfalls von kürzeren Aufenthaltszeiten in der Durchmesserlinie.

Und wie sehen die minimalen Umsteigezeiten aus? Die Wege vom Tiefbahnhof in den Zürcher Hauptbahnhof werden ja länger…

Schurter: Im Gegenteil, die Wege werden teilweise sogar kürzer. Deshalb bleibt die minimale Umsteigezeit bei sieben Minuten. Das haben wir mit verschiedenen Personengruppen getestet.

Es gibt zwei Resolutionen aus der Ostschweiz von Pro Bahn und der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr, den Spangenzug St. Gallen–Konstanz wie vorgesehen mit dem bevorstehenden Fahrplanwechsel einzuführen. Ist da der Zug noch nicht abgefahren?

Schurter: Diesen Grundsatzentscheid müssen das Bundesamt für Verkehr und die Kantone fällen. Weil die Verbindungen von Thurbo gefahren würden, sind die SBB nicht direkt in diese Verhandlungen involviert. Ich kann nur soviel sagen, dass nach einer Lösung gesucht wird, wie ein Mindestangebot gefahren werden kann.

Und was sagen Sie zur Idee, den Regio-Express Wil–Chur (REX) und den Spangenzug St. Gallen–Konstanz im Zuge der Neukonzessionierung des Fernverkehrs 2017 aufzuwerten?

Schurter: Diese Konzessionen werden vom Bundesamt für Verkehr vergeben. Der Bund macht sich Gedanken, wie er künftig die Regioexpress- und Interregio-Züge bearbeiten will.

Für die Strecke St. Gallen–Konstanz liesse sich ja argumentieren, dass es sich um eine internationale Verbindung zwischen zwei Metropolen handelt.

Schurter: Ich weiss von der Resolution, die die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Ostschweiz verabschiedet hat. Weil es aber jetzt schon schwierig ist, den Spangenzug im Dezember in Betrieb zu nehmen, ist es sicher richtig, ein Mindestangebot zu prüfen. Im Dezember 2018 soll dann wie geplant der Stundentakt eingeführt werden.

Der Ausbau der Strecke Lindau–München ist von den deutschen und österreichischen Bahnen auf Ende 2020 zugesichert. Sind die SBB auch parat?

Schurter: Ja, auf Schweizer Seite wären wir schon früher parat gewesen. Bis die Strecke nach München elektrifiziert ist, bieten wir zusammen mit der Deutschen Bahn den Intercity-Bus an, um einen Zweistundentakt garantieren zu können. Ab 2021 ist geplant, täglich sechs Zugspaare verkehren zu lassen, heute sind es vier.

Der nächste Ausbauschritt erfolgt mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018. Was ändert da für die Ostschweiz?

Schurter: Da ist noch ein vierter Zug in der Hauptverkehrszeit zwischen Zürich und St. Gallen vorgesehen, also ein Halbstundentakt mit einem schnellen «Sprinter» (Intercity-Neigezug in 57 Minuten statt des Intercity in 62 Minuten) und einem langsamen Zug (Intercity Genf–Bern–St. Gallen) mit Halt in Wil, Uzwil und Gossau, eventuell auch Flawil. Ein definitiver Entscheid ist noch nicht gefällt. Klar ist aber, dass die Schweiz mit den weiteren Bahnausbauten noch näher zusammenrückt.