2013 kommt's knüppelhart

Am Stadtapéro genau hingehört Ausgabe vom 29. August 2013

Norbert und Ariane Wenger, Mühletobelstrasse 63b, 9400 Rorschach Patrik und Cornelia Truniger, Haldenstrasse 8, 9400 Rorschach
Drucken

Die Abstimmungsvorlage über das neue Restaurant pardon Hafengebäude in Rorschach hat uns sehr überrascht. Die mahnenden Worte unseres Stadtpräsidenten an der letzten Bürgerversammlung sind uns noch sehr präsent und auch der Griff in eine Reserve zur Verhinderung eines Defizits. Alles wurde uns mit der angespannten finanziellen Lage erklärt. Der Investitionsspielraum sei sehr eng geworden, die Lage knüppelhart (Geschäftsbericht 2012). Diese Enge bekommt zum Beispiel die Strandbadgenossenschaft zu spüren. Für die Erneuerung des Strandbades ist kein Geld vorhanden, sie wird weder angedacht noch angepackt. Wir werden uns wohl noch jahrelang mit Flickwerk begnügen müssen und hoffen, dass die Leitungen halten werden. Kaum tröstlich, dass wir damit in guter Gesellschaft sind. Kornhaus, Seeparkpavillon, FC-Garderoben und Schulliegenschaften warten auf den ersehnten finanziellen Spielraum, und die Liste liesse sich bestimmt verlängern. So rieben wir uns verwundert die Augen, als zum Stadtapéro eingeladen wurde und das Projekt Hafengebäude vorgestellt wurde: ein schmuckes Gebäude auf Hochglanz präsentiert. Ein weiteres Bauwerk, welches die Jahresrechnung belasten und den finanziellen Spielraum weiter einengen würde.

Restaurants um den Hafenplatz, die sich über viele Gäste freuen, gibt es bereits und bis ins Stadtzentrum sind es ein paar Schritte. Es wäre doch schade, wenn Besucher nur auf dem Hafenplatz verweilen würden. Mit 2,4 Millionen könnte man vieles anpacken, die «knüppelharte» Lage dämpfen und Anstehendes angehen.

Hafengebäude? Nein, nein, nein

Nein, Nein, Nein am 22. September für ein bescheidenes Gebäude das 3,359 Millionen kostet.

Liebe Rorschacherinnen und Rorschacher, gebt diesem Projekt von Bischof und Müller keine Chance, denn es geht auch um unsere Million, die auch noch geopfert wird. Warum werden keine Visiere für das Hafengebäude erstellt, damit das Ausmass und die Grösse ersichtlich werden? Wir wollen einen freien Platz ohne Restaurant. Darum bitte ich alle, an die Urne zugehen und ein Nein einzulegen

Nicht alles für bare Münze nehmen

Reto Kuratlis Leserbrief zeigt, dass Gäste bei derlei Einladungen nicht immer nur eine Alibianwesenheit bekunden. Dem im Vortrag alles Geplante euphorisch darstellend, so als stünde es bereits da, folgten mit dem Leserbrief von Herrn Kuratli gewichtige kritische Fragen.

Ohne Partei zu ergreifen, kann ich mir vorstellen, dass die darin gestellten Fragen viele Leser, darunter auch mich, und Stimmberechtigte dazu animiert haben, bei diesem komplexen Thema nicht alles Gehörte für bare Münze zu erachten, sondern unbedingt zu hinterfragen. Soll sich die ohnehin äusserst angeschlagene Rorschacher Gastronomie nur noch im Pavillon-Restaurant und in jenem des geplanten Hafengebäudes abspielen und bei der Patentvergabe gar einen Wirt bevorzugen?

Aktuelle Nachrichten