2000 Narren unterhalten vierfache Zahl Besucher

RORSCHACH. «Wäre das Wetter wie am Morgen geblieben, hätte ich den Umzug nicht besucht», sagt ein Zuschauer aus Wittenbach. In der Tat lockte der Wetterumschwung noch viele Besucher an den Rorschacher Fasnachtsumzug. 2000 Akteure von 58 Gruppen boten ihnen mitreissende Stimmung.

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Riesig fuhr die Primarschule Impuls der Pädagogischen Hochschule in Rorschach auf mit Ungeheuer und Drachenburg auf einem Wagen. (Bilder: Rudolf Käser)

Riesig fuhr die Primarschule Impuls der Pädagogischen Hochschule in Rorschach auf mit Ungeheuer und Drachenburg auf einem Wagen. (Bilder: Rudolf Käser)

RORSCHACH. «Wäre das Wetter wie am Morgen geblieben, hätte ich den Umzug nicht besucht», sagt ein Zuschauer aus Wittenbach. In der Tat lockte der Wetterumschwung noch viele Besucher an den Rorschacher Fasnachtsumzug. 2000 Akteure von 58 Gruppen boten ihnen mitreissende Stimmung. «Leider beteiligen sich immer weniger Wagen von Rorschach und kaum noch Schulen», bedauert OK-Präsidentin Brigitte Höhener.

Setzt Impuls-Schule Zeichen?

Doch sie und die Besucher freuten sich über einen viel bejubelten Lichtblick. Die Rorschacher Projektschule Impuls glänzte mit dem gelungenen Wagen «Ungeheuer Schule» und erhielt viel Applaus. Vielleicht war das ein Impuls, dass in Zukunft wieder mehr Gruppen aus der Region einen Wagen gestalten.

Viel Freude bereitete auch die Teilnahme von Bewohnern des HPV-Dörflis in Rorschach mit einer eigenen Gugge und weiteren HPV-Leuten, die mit Handballern des HC zusammenspannten unter dem Motto «Sportlich fit – zämä mached mer mit» .

Konstanzer Einflüsse

Der Umzug riss das Publikum aber mit der ersten Gruppe – der Rorschacher Guggenmusik Röräheizär – mit, löste jubelnde Zurufe aus. Im Umzug steckten aber auch Gefahren, vor allem für junge Frauen. Hexen aus dem süddeutschen Raum trieben ihr Unwesen, steckten Leute ins Gefängnis.

Guggenmusiken – rund ein Drittel aller Gruppen – waren dominant. Aber auch acht süddeutschen Gruppen, der Grossteil aus Konstanz, sorgten für viel Wirbel.

Ein Rorschacher Besucher fand das besonders toll: «Die vielen Konstanzer Gruppen geben dem Umzug eine besondere Note.»

Natürlich wurde auch geehrt, wem Ehre gebührt. Das umjubelte Bregenzer Prinzenpaar Prinz Ore Markus I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Beate I. genossen das Bad in der Menge. Aktuelle Sujets waren dagegen eher die Ausnahme, wenn man von den «Mehrzweckblaari» Waldstatt absieht. Auch regionale Themen waren nicht zu erkennen. Fusionen sind weg von der Strasse.

Oder doch nicht ganz? Als nach 45 Gruppen ein Lücke entstand, meinte Speaker Ernst Locher: «Die sind wohl über Goldach gelaufen.»

«In zwei Jahren wieder»

Der Umzug hielt bis zum Schluss, was er ab der ersten Gruppe versprochen hatte: Stimmung, Farbenpracht, Originalität, Freude und Humor. Pfarreileiter Patrick Büchel, meinte: «Also, in zwei Jahren wieder.» Damit drückte er wohl aus, was viele fühlten: Der Umzug hat gefallen und wirkt nachhaltig. «Noch kennen wir die finanzielle Seite nicht.

Doch mit der Zahl von gegen 9000 Besuchern sind wir zufrieden», sagte OK-Präsidentin Brigitte Höhener.

Rudolf Käser

Erstmals am Umzug, gemeinsam mit Handballern auf dem Wagen und mit eigener Gugge: Behinderte vom HPV.

Erstmals am Umzug, gemeinsam mit Handballern auf dem Wagen und mit eigener Gugge: Behinderte vom HPV.

Brauchtum brachten ausländische Gruppen.

Brauchtum brachten ausländische Gruppen.

Guggen waren auch 2010 das häufigste Sujet.

Guggen waren auch 2010 das häufigste Sujet.

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