2. LIGA: Ganz anders als sonst

Nach fünf Spielen ohne Niederlage ist der FC Abtwil-Engelburg von allen guten Geistern verlassen und verliert gegen Uzwil II zu Hause 2:7. «Dabei haben wir uns so viel vorgenommen», sagen die Klarer-Brüder.

Beni Bruggmann
Drucken
Teilen
Die beiden Abtwiler Fussballer Sandro (links) und Fabio Klarer nach dem Spiel gegen Uzwil II. (Bild: Benjamin Manser)

Die beiden Abtwiler Fussballer Sandro (links) und Fabio Klarer nach dem Spiel gegen Uzwil II. (Bild: Benjamin Manser)

Beni Bruggmann

sport@tagblatt.ch

Die beiden Brüder Fabio und Sandro Klarer, Spieler beim FC Abtwil-Engelburg, sind Thema dieses Textes. Weil die Partie gegen Uzwil aber eine besondere war, braucht es unbedingt eine Vor-, eine Zwischen- und eine Schlussbemerkung.

Vorbemerkung: Vor der Partie denkt der Journalist, Fabio und Sandro Klarer, beides Stammspieler bei Abtwil-Engelburg, könnten für ihn ein Thema sein, oder Luca Menet, der beste Torschütze. «Sandro und Luca sitzen auf der Bank», sagt Marc Blumer, der Trainer, im Gespräch vor dem Spiel. Er bemerkt den ungläubigen Blick des Reporters und fügt an: «Ich spiele mit den elf Besten – für dieses Spiel.» Fabio Klarer, von Beruf Pöstler, ist 28-jährig und Rechtsfüsser. Er ist der Captain und spielt bei Abtwil-Engelburg als rechter Aussenverteidiger mit viel Offensivdrang. Sein Bruder Sandro, Detailhandelsangestellter, ist 20-jährig und Linksfüsser. Er spielt beim gleichen Verein als linker Aussenverteidiger – und sitzt während dieses Spiels auf der Bank.

Zusammen auf dem Platz, zusammen im Ausgang

17 Spiele haben die beiden Brüder gemeinsam in der Abtwiler Abwehr gespielt. An diesem Samstag aber ist es zum ersten Mal in dieser Saison so: Captain Fabio spielt, sein Bruder schaut zu. Sandro schildert seine Situation jedoch gelassen: «Jetzt hat ein anderer einmal die Chance bekommen. Der Trainer hat mir gesagt, dass ich im nächsten Spiel wieder dabei sei.»

Die beiden Brüder ergänzen sich beim Erzählen: «Wir sind in Abtwil aufgewachsen und zur Schule gegangen. Schon früh spielten wir bei den Junioren im FC Abtwil-Engelburg, zuerst im Sturm. In diesem Verein haben wir heute unsere Kollegen, da sind wir daheim. Zusammen gehen wir in den Ausgang. In unserer Mannschaft haben wir einen besonders guten Teamgeist. Real Madrid ist unser Lieblingsverein. Wir sind ledig, haben aber beide eine Freundin.» Gut sind Lea Bühler und Lorena Toma, sonst regelmässige Zuschauerinnen bei den Spielen, heute ausnahmsweise nicht auf dem Platz. Zwischenbemerkung: Die elf besten Abtwiler wirken gegen zweikampfstarke und ballsichere Uz­wiler unbeholfen und ratlos. Sie haben nicht den Hauch einer Chance. Das Resultat sagt alles.

Ruhe und Geduld trotz schwacher Vorrunde

Abtwil-Engelburg spielt eine schlechte Vorrunde. Die Routiniers haben sich zurückgezogen, der Neuaufbau braucht Zeit. Nur ein Sieg und fünf Punkte, das deutet auf Abstieg. In dieser kritischen Phase bleibt es im Verein ruhig, der Trainer geniesst das Vertrauen. Das Trainingslager auf Zypern und die harte Vorbereitung auf die Rückrunde lohnen sich. Fabio und Sandro Klarer sind begeistert: «Wir sind gut vorbereitet in die Rückrunde gestartet.» Aus neun Spielen kommen mit vier Siegen und zwei Unentschieden 14 Punkte dazu. Das Team verlässt den Abstiegsplatz. Im Gespräch zeigen die Brüder Grösse und machen keine Schuldzuweisungen. Sie sind optimistisch: Wer nach einer solchen Vorrunde wieder zurückkommt, der kann nach fünf Spielen ohne Niederlage auch ein 2:7 wegstecken.

Schlussbemerkung: Die alten Fussballweisheiten gelten immer noch. Eine heisst: «Wer die Zweikämpfe gewinnt, gewinnt das Spiel.» Zweikampfsieger war eindeutig Uzwil. Eine andere: «Never change a winning team!» Beiden Brüdern ist dieser Satz des englischen Teamchefs Alf Ramsey beim Gespräch in den Sinn gekommen.

Aktuelle Nachrichten