1800 Unterschriften gegen Asylzentrum

VILTERS. In der Mehrzweckhalle in Vilters informierten am Mittwochabend die Verantwortlichen des geplanten fünften Zentrums für Asylsuchende über ihre Absichten im ehemaligen Institut Sonnenberg. Laut Regierungsrat Fredy Fässler muss der Kanton St.

Reto Vincenz/Jerry Gadient
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VILTERS. In der Mehrzweckhalle in Vilters informierten am Mittwochabend die Verantwortlichen des geplanten fünften Zentrums für Asylsuchende über ihre Absichten im ehemaligen Institut Sonnenberg. Laut Regierungsrat Fredy Fässler muss der Kanton St. Gallen seit März rund doppelt so viele Personen aufnehmen und unterbringen als noch im Vorjahr. Bis zu 120 Menschen seien das monatlich, insbesondere aus Eritrea und Syrien. Entsprechend ausgelastet seien die kantonalen Zentren.

«Sonnenberg» verzögert sich

Bis zu 150 Personen möchte das kantonale Migrationsamt im früheren Internat «Sonnenberg» unterbringen. Eingebettet in eine Tagesstruktur, die auch eine Beschulung und Beschäftigungsprogramme vorsieht, sollen sie dort rund vier Monate verbleiben, bis sie einer der 77 St. Galler Gemeinden zugeteilt werden. Jürg Eberle, Leiter des kantonalen Migrationsamtes, führte aus, dass der «Sonnenberg» betreffend Verfügbarkeit, Grösse, Lage und Infrastruktur die Anforderungen des Kantons an ein Durchgangszentrum allesamt erfülle. Der Kanton könne wegen des geringen Angebotes nicht wählerisch sein. Er müsse jede Gelegenheit nutzen, die sich ihm biete.

Die Gruppe «Pro Vilterserberg» hat Regierungsrat Fredy Fässler eine Petition mit rund 1800 Unterschriften überreicht. Rund die Hälfte stammt aus Vilters-Wangs, der Rest wurde in den umliegenden Dörfern gesammelt. Die Petition richtet sich gegen das geplante Durchgangszentrum «Sonnenberg», speziell auch in der vorgesehenen «riesigen Dimension». Dokumentiert werden sollen auch die Ängste und die Ungewissheiten, welche die Pläne des Kantons in der Region ausgelöst haben.

«Pro Vilterserberg» will während des Auflageverfahrens mit Einsprachen reagieren.

«Bommerstein» bald schliessen?

Die seit vielen Jahren als kantonales Durchgangszentrum für Asylbewerber genutzte Liegenschaft Bommerstein in Mols wird eventuell bald nicht mehr für diesen Zweck benötigt. Der Kanton sei auf der Suche nach einem Durchgangszentrum im Linthgebiet, sagte Regierungsrat Fredy Fässler. Werde eine geeignete Liegenschaft gefunden, werde das Durchgangszentrum Bommerstein aufgegeben. Dieses befinde sich innen in einem schlechten baulichen Zustand, sagte der Vorsteher des kantonalen Justiz- und Polizeidepartements. Im «Bommerstein» finden zurzeit rund 50 Asylbewerber Platz.