18 Monate Gefängnis für 34 Delikte in kurzer Zeit

Ein 42-Jähriger hat sich wegen 34 Anklagepunkten vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten müssen. Er hatte im vergangenen Jahr aus Turnhallen, Schulhäusern, Kliniken, Kirchen, Baustellencontainern und Firmengebäuden Geld und Wertgegenstände gestohlen.

Claudia Schmid
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Ein 42-Jähriger hat sich wegen 34 Anklagepunkten vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten müssen. Er hatte im vergangenen Jahr aus Turnhallen, Schulhäusern, Kliniken, Kirchen, Baustellencontainern und Firmengebäuden Geld und Wertgegenstände gestohlen.

Wieder in die Sucht abgestürzt

Vor Gericht war der Schweizer geständig. Er sei froh, dass der Tag seiner Verhaftung so rasch gekommen sei, erklärte er. Nachdem seine langjährige Beziehung in die Brüche gegangen sei, habe es ihm völlig «abgelöscht». Er habe keine Lust mehr gehabt, das Geschäft weiterzuführen, das er vorher zusammen mit seiner Partnerin betreut hatte. Weil er früher schon Drogenprobleme gehabt habe, sei er schnell wieder der Sucht verfallen.

Die Delikte, die ihm jetzt vorgeworfen werden, beging der Mann alle im Mai 2014. In dieser Zeit aber brachte es der Beschuldigte auf eine lange Liste an Straftaten. Er verübte in St. Gallen und Umgebung über 30 Einbruch-, Einschleich- und Einsteigediebstähle. Zur Beute gehörten vor allem Bargeld, Portemonnaies, Schlüssel, Mobiltelefone, Ausweise sowie Zahlungs- und Kreditkarten. Zudem entwendete er zwei Autos und fuhr mit ihnen herum, obwohl er keine entsprechende Fahrbewilligung besass. Da er damals kein Dach über dem Kopf hatte, hauste er auch in den Fahrzeugen.

Lange Liste von Straftaten

Die Staatsanwältin klagte den Beschuldigten wegen gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit innerorts und Fahren in fahrunfähigem Zustand an. Sie beantragte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten und eine Busse von 1500 Franken.

Eine Vorstrafe, die 2013 von der Ausserrhoder Staatsanwaltschaft gesprochen wurde, sei zu vollziehen. Dabei handelt es sich um eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagen à 30 Franken. Der Deliktsbetrag belaufe sich auf 35 000 Franken, sagte die Staatsanwältin. Darin eingerechnet sei auch der Wert der beiden entwendeten Fahrzeuge. Das erbeutete Geld habe der Beschuldigte benutzt, um Heroin zu kaufen. Er habe seit über 20 Jahren schwere Drogenprobleme.

Eine Kurzschlusshandlung

Der Verteidiger nannte ein Strafmass von zwölf Monaten als gerechtfertigt. Allenfalls sei eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten in Betracht zu ziehen, wobei die Hälfte mit einer Probezeit aufzuschieben sei. Sein Mandant sei schon früher aufgrund seiner Drogensucht mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Vor der erneuten Straffälligkeit habe er aber sein Leben recht gut im Griff gehabt. Er sei kein skrupelloser Verbrecher. Der Bruch mit seiner Lebenspartnerin habe zur Kurzschlusshandlung geführt.

Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte den Mann schliesslich gemäss den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Nur die Busse senkte es von 1500 auf 1000 Franken. Das Gericht habe die schwere Drogensucht bei der Urteilsfindung strafmildernd berücksichtigt, erklärte der vorsitzende Richter.