1,8 KILOMETER TUNNEL WERDEN SANIERT: Das Gewölbe bröckelt

Der Bruggwald- wie auch der Galgentobeltunnel sollen saniert werden. Anfang 2018 sind sie während neun Wochen komplett gesperrt. Für Reisende kann es dadurch zu Verzögerungen kommen.

Christoph Renn
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Feuchtigkeit hat dem Bruggwaldtunnel zwischen Wittenbach und St. Fiden über die Jahre stark zugesetzt. (Bild: Michel Canonica)

Feuchtigkeit hat dem Bruggwaldtunnel zwischen Wittenbach und St. Fiden über die Jahre stark zugesetzt. (Bild: Michel Canonica)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Für insgesamt rund 24 Millionen Franken sollen der Bruggwald- wie auch der Galgentobeltunnel instand gestellt werden. Sie befinden sich zwischen den Stationen St. Fiden und Wittenbach auf der Strecke Romanshorn–St. Gallen. Baubeginn ist voraussichtlich im Herbst. Die Arbeiten werden rund ein Jahr dauern. Dies bekommen auch die Passagiere zu spüren. Anfangs 2018 müssen die beiden Tunnel für neun Wochen komplett gesperrt werden. «Der Bahnersatz wird eine grosse Herausforderung werden. Den Reisenden soll trotz Bauarbeiten ein einigermassen akzeptables Angebot zur Verfügung gestellt werden», sagt Ursel Kälin, Mediensprecherin der Südostbahn. Noch bis zum 1. März liegen in der Gemeindeverwaltung Wittenbach und im Amtshaus in St. Gallen die Pläne öffentlich auf.

Im Januar 2013 wurden die beiden Tunnel Bruggwald und Galgentobel beurteilt, das Tunnelgewölbe auf verschiedene Mängel untersucht, heisst es im Bericht. Die Ergebnisse fielen ernüchternd aus: Der Bruggwaldtunnel sei in einem «annehmbaren» Zustand, der Galgentobeltunnel in einem «annehmbaren bis schadhaften». Aufgefallen sind unter anderem Risse und Hohl- und Feuchtstellen in der Betonschale des Bruggwaldtunnels. Zudem ragt das Gewölbe an gewissen Stellen ins Lichtraumprofil, also in den vorgeschriebenen Raum zwischen Wand und Bahngleisen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung dienten als Grundlage für die Ausarbeitung der Pläne für die Sanierung.

Tunnel werden für Doppelstöcker ausgebaut

Ab 2018 soll deshalb das Gewölbe instand gesetzt werden. Der beschädigte Spritzbeton wird abgespitzt, das freigelegte Mauerwerk gereinigt, die leeren Fugen gefüllt und das Mauerwerk mit Spritzbeton abgedichtet. Die Ziele der Sanierung gehen aber über die blosse Behebung der Mängel hinaus. So sollen die Tunnel doppelstocktauglich werden. «Dies bedingt eine Absenkung der Felssohle», sagt Ursel Kälin. Schienen, Schwellen und Schotter werden ausgeräumt, Erdreich abgegraben oder Felsen abgefräst. Beim Bruggwaldtunnel betrage die Senkung maximal 21 beim Galgentobeltunnel 23 Zentimeter. «Das bedeute jedoch nicht, dass in den nächsten Jahren derartige Züge durchfahren.» Bei Bahnen plane man mit einem Zeithorizont von zehn bis dreissig Jahren.

Weiter ist eine neue Entwässerung in beiden Tunnel vorgesehen. «Das bestehende Konzept mit einer Mischentwässerung wird dabei beibehalten», sagt Kälin. Die Instandsetzung beschränke sich lediglich auf die Tunnelabschnitte. Dort sollen in einem maximalen Abstand von 60 Metern Schächte eingebaut werden. Die Schachtdeckel dürfen jedoch keine Stolperfallen sein, heisst es in den Bauplänen. Im Zuge der Sanierungsarbeiten sollen laut Kälin zudem die Anlagen für die Sicherheit auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Und «im Bruggwaldtunnel ist der Einbau einer festen Fahrbahn aus Beton vorgesehen», sagt Kälin.

Tunnel sollen mindestens 50 Jahre lang halten

Das Projekt ist laut Ursel Kälin mit gewaltiger Logistik verbunden. «Und wir müssen es mit anderen Projekten in Neukirch-Egnach, und Muolen koordinieren. Immer mit dem Anspruch, den Reisenden ein akzeptables Angebot zu ermöglichen.»

Nach der Sanierung sollen die Tunnel 50 Jahre halten. «Unter dem Vorbehalt des periodischen Unterhaltes», ergänzt Kälin. Zum letzten Mal wurden die beiden Tunnel 1982 auf Vordermann gebracht. 1910 wurden sie in Betrieb genommen.

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