17 Häuser in drei Etappen

Der Überbauungsplan des geplanten Gebiets Dorfwiese inmitten von Berg liegt öffentlich auf. Der Gemeinde und dem Kanton ist es gelungen, eine Etappierung der 17 Wohnhäuser zu erwirken.

Sebastian Schneider
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BERG SG. Schön ist sie ja, die 850-Seelen-Gemeinde mit bester Sicht auf den Bodensee. Gleichwohl erlebt Berg SG einen Bevölkerungsschwund. Doch nun sollen zwei grosse Überbauungen mit über 20 Häusern den Trend stoppen. Sieben geplante Wohnhäuser im Mattenhof-Quartier sind allerdings noch nicht bewilligt (Zweittext), und bis zum Baustart von 17 Häusern auf der Dorfwiese wird es noch länger dauern. Bevor nämlich ein Baugesuch eingereicht werden kann, muss zuerst ein Überbauungsplan genehmigt werden. Dieser liegt seit Montag bei der Gemeinde öffentlich auf.

Innenhof und Weiher

Auf der rund zwei Hektaren grossen Fläche sind sieben Mehrfamilienhäuser mit circa 50 Miet- und Eigentumswohnungen geplant. Hinzu kommen je fünf Ein- und Zweifamilienhäuser. Im westlichen Teil der Überbauung soll der alte Feuerwehrweiher mit einem Amphibiengewässer sowie einer Riet- und einer Wildblumenwiese ökologisch aufgewertet werden.

Die Mehrfamilienhäuser sind radial zueinander angeordnet, so dass in der Mitte ein multifunktionaler Innenhof entsteht, der von Alt und Jung genutzt werden kann. Dem Bauherren, Felix Koller von der Gossauer Bauline GmbH, geht es nicht darum, für maximalen Profit die Häuser möglichst eng aneinander zu stellen, wie er betont. «Wir hätten auch nach Regelbauweise, das heisst mit Giebeldächern, planen können.» Man habe aber bewusst die Firsthöhe überall unterschritten.

Hätte die Bauline GmbH mit den Normwerten gearbeitet, hätte sie laut Koller keinen Überbauungsplan auflegen müssen. Doch das wäre überhaupt nicht im Sinn der Gemeinde Berg und des Kantons gewesen.

Bauen in drei Etappen

Bei einem Überbauungsplan kann die öffentliche Hand besondere Vorschriften erlassen, was für die Gemeinde von grosser Bedeutung war. Wäre nämlich die gesamte Überbauung auf einen Wurf erstellt worden, hätte dies die Berger Bevölkerung sprunghaft ansteigen lassen. Die kleine Gemeinde hätte das von der Infrastruktur her – etwa beim Primarschulhaus – kaum verkraften können. Doch nun sind im Überbauungsplan zeitliche Abstände festgelegt. Zuerst dürfen neben den Zwei- und Einfamilienhäusern nur maximal drei der sieben Mehrfamilienhäuser realisiert werden. Erst wenn diese fertiggestellt sind und mindestens drei Jahre seit Inkraftsetzung des Überbauungsplans vergangen sind, dürfen zwei oder drei weitere Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Diese müssen wiederum erstellt sein, um die dritte und letzte Etappe starten zu können. Zudem müssen für den Bau der letzten Häuser mindestens fünf Jahre nach Inkraftsetzung des Plans abgewartet werden.

Zufahrt von zwei Strassen

Da die Überbauung in Bergs Dorfmitte zu stehen kommt, gestaltet sich die Erschliessung für den motorisierten Individualverkehr relativ kompliziert, und es musste ein Teilstrassenplan ausgearbeitet werden. Grundsätzlich wird das Gebiet Dorfwiese über die Erlenstrasse von Osten her erschlossen (siehe Grafik). Die Weiher- und die Erlenstrasse werden nicht miteinander verbunden, nur für den Langsamverkehr und für die Feuerwehr soll die Verbindung ermöglicht werden. «Ausserdem wollen wir auf der Käsereistrasse die Sicherheit erhöhen», sagt Koller.

Gegen den Überbauungsplan kann innert 30 Tagen Einsprache eingelegt werden. Aufgrund des noch unklaren Verlaufs will Felix Koller auch keine Prognosen bezüglich Baustart wagen. Sobald der Überbauungsplan genehmigt ist, kann er das Bauprojekt ausarbeiten und ein Baugesuch auflegen.

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