155 Fuhren Beton eingegossen

Der Bau der Tamina-Bogenbrücke stellt die Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Ein Beispiel dafür sind die Fundamentarbeiten – dafür wurde 32 Stunden lang nonstop Beton angeliefert.

Reto Vincenz
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Schlüsselelement für die Taminabrücke: Ins Kämpferfundament auf der Pfäferser Seite wird während 30 Stunden pausenlos Beton eingegossen. (Bild: Mapei Suisse SA)

Schlüsselelement für die Taminabrücke: Ins Kämpferfundament auf der Pfäferser Seite wird während 30 Stunden pausenlos Beton eingegossen. (Bild: Mapei Suisse SA)

PFÄFERS. Sie ist 417 Meter lang und hat eine Spannweite von 260 Metern – die Taminabrücke von Pfäfers nach Valens, die sich seit einigen Monaten im Bau befindet und bis 2017 fertiggestellt werden soll. Die Gesamtkosten von 56 Millionen Franken gehen zu Lasten des Strassenfonds des Kantons St. Gallen.

Das solch ein gigantisches Bauwerk auch die beteiligten Unternehmen in jeder Bauphase vor riesige Herausforderungen stellt, liegt auf der Hand. Bestätigen kann dies Stefan Vogt, Geschäftsführer der Baustoffe Schollberg AG aus Trübbach. «Wir sprechen hier von einer der grössten Bogenbrücken Europas, die fast vor Ort entsteht. Natürlich ist man da stolz, wenn man etwas zum Bau dieses gewaltigen Werkes beitragen kann.»

Sein Unternehmen ist im Rahmen des Brückenbaus von der Arge Taminabrücke als Betonlieferant ausgewählt worden und wird bis ins Jahr 2015 rund 20 000 Kubikmeter Beton ins Taminatal transportieren.

4500 Kilometer zurückgelegt

Kürzlich führte die Schollberg AG nun in Pfäfers ihren ersten Auftrag aus. Und der stellte das Unternehmen gleich vor eine ganz spezielle Herausforderung. So wurden bei der Erstellung des Kämpferfundamentes (15 mal 15 mal 9 Meter) auf der Pfäferser Seite 1020 Kubikmeter Beton verarbeitet. Das Besondere dabei: Der Beton musste nicht nur über eine Distanz von 130 Metern abwärts gepumpt werden – zum Einsatz kamen Geräte der A3 Betonpumpen AG –, er musste zudem auch während einer über 30 Stunden langen Nonstop-Schicht eingebracht werden. Angeliefert wurden in dieser Zeit 155 Fuhren Beton. Die Transporter der Käppeli AG legten dabei insgesamt eine Strecke von über 4500 Kilometern zurück. Vogt bezeichnete die gelieferte Menge an Beton in der entsprechenden Zeit als «aussergewöhnlich». Insbesondere auch deshalb, weil die Brücke in abseits gelegenem, topographisch schwierigem Gelände gebaut wird.

Es seien grosse Vorarbeiten nötig gewesen, um die logistische Herausforderung bewältigen zu können. Nicht nur habe gewährleistet werden müssen, dass kontinuierlich rund 35 Kubikmeter Beton pro Stunde in die beiden Kämpferfundamente in Pfäfers und Valens gegossen worden seien – auf ihnen ruht später das gesamte Gewicht der Brücke. Und das sind rund 20 000 Tonnen.

Trennfugen strikt vermeiden

Trennfugen, wie sie bei einem Unterbruch der Betonzufuhr im mit 350 Tonnen Eisen (Armierung) ausgestatteten Kämpferfundament entstanden wären, mussten strikt vermieden werden. Vogt: «Wir hatten deshalb in Trübbach in der Produktion ein Reservewerk bereitgestellt, das bei einer Panne zum Einsatz gekommen wäre.»

Fotomontage der Taminabrücke zwischen Valens und Pfäfers. (Bild: pd)

Fotomontage der Taminabrücke zwischen Valens und Pfäfers. (Bild: pd)