13 Personen aus Seenot gerettet

REGION. Leider musste das Team der Seerettung Rorschach im vergangenen Jahr zu zwei Totenbergungen ausrücken. Die Zahl seiner Einsätze lag leicht unter dem Jahresdurchschnitt. Das Inferno im Jägerhaus-Hafen war der grösste.

Christoph Renn
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Gemeinsam bekämpfen am 6. Juni 2014 die Feuerwehr vom Steg und die Seerettung Rorschach vom See aus das Feuer im Jägerhaus-Hafen. (Bild: Rudolph Hirtl)

Gemeinsam bekämpfen am 6. Juni 2014 die Feuerwehr vom Steg und die Seerettung Rorschach vom See aus das Feuer im Jägerhaus-Hafen. (Bild: Rudolph Hirtl)

Kurz nach 9 Uhr bricht auf einem Motorboot im Hafen beim «Jägerhaus» in Altenrhein ein Feuer aus. Die Flammen verbreiten sich rasend schnell über die Abdeckplanen, Augenzeugen können das Übergreifen auf weitere acht Schiffe nicht verhindern. Wenige Minuten später fährt die Feuerwehr vor und versucht, das Inferno in Schach zu halten. Vom See her bekämpft die Seerettung mit Schaum die brennenden Schiffe. Dieser Einsatz am 6. Juni wird den Mitgliedern des Seerettungsdienstes Rorschach SRD laut ihrem Obmann Remo Pfändler noch lange in Erinnerung bleiben.

Zwei Tote geborgen

Der 46jährige selbständige technische Berater ist seit 28 Jahren für den SRD im Einsatz. Das vergangene Jahr sei relativ ruhig verlaufen, was ein Blick auf die Einsatzstatistik bestätigt. Relativ, denn leider musste das Team um Remo Pfändler auch zu zwei Totenbergungen ausrücken: eine in Altenrhein, eine im Hörnlibuck. Die 23köpfige Mannschaft des SRD konnte aber in einigen Fällen Schlimmeres verhindern. «In allen Einsätzen konnten wir 13 Personen aus Seenot oder aus misslicher Lage retten», sagt Remo Pfändler.

Speziell war im 2014, dass die SRD in den Monaten öfters ausrücken musste, in denen es in den Vorjahren eher ruhig blieb. Dafür konnten die Rettungsboote Neptun II und Christophorus in der Hochsaison häufig im Hafen bleiben. «Das hat mit dem Wetter zu tun», erklärt Pfändler. «Wegen der schlechten Witterung im Juli und August mussten wir nur drei Notfalleinsätze fahren.» Im Herbst war der SRD dafür wieder stärker gefordert. «Unter anderem beschäftigten uns mehrere Personen, die wir aus dem See bergen mussten.» Über das gesamte Jahr sind die Rettungsboote 125mal ausgelaufen, wovon 30mal zu einem Notfalleinsatz. Um jederzeit parat zu sein, absolviert der SRD immer wieder Übungen. «Wir haben erstmals eine Nachtübung durchgeführt», sagt Pfändler. Dies bedeutete für die Mitglieder, dass sie nach ihrer Arbeit um 18 Uhr einrücken und bis am anderen Morgen in der Früh verschiedene Posten absolvieren mussten. «Damit wollten wir testen, wie das Team arbeitet, wenn alle körperlich und mental angeschlagen sind», sagt Pfändler.

Grossübung mit dem Airport

Eine Übung fand unter der Aufsicht des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) statt. «Wir wurden vom Airport St. Gallen-Altenrhein aufgeboten, um in einem grossangelegten Szenario in der Staader Bucht 24 Personen aus einem abgestürzten Flugzeug zu bergen und zu betreuen.» Zudem absolviere das Team regelmässig Wiederholungskurse im Rettungsschwimmen und in Nothilfe, welche die Rorschacher Sektion der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG (siehe Text links) organisiert. Somit ist der SRD auch für dieses Jahr gerüstet, um Personen in Seenot zu helfen. Und die Einsätze werden kommen, «wenn es weiterhin so schön bleibt, schon sehr bald.»

Remo Pfändler Obmann Seerettungsdienst Rorschach (Bild: ren)

Remo Pfändler Obmann Seerettungsdienst Rorschach (Bild: ren)