100jähriges Gotteshaus sanieren

Die Hülle der Kirche St. Maria-Neudorf soll für über vier Millionen Franken saniert werden. Insbesondere das Dach des 100jährigen Bauwerkes weist Mängel auf. Am 1. Juli wird das Bauprojekt im Kirchgemeindeparlament diskutiert.

Kathrin Reimann
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Die Aussenfassade der Kirche St. Maria-Neudorf benötigt dringend eine Sanierung. (Bild: Benjamin Manser)

Die Aussenfassade der Kirche St. Maria-Neudorf benötigt dringend eine Sanierung. (Bild: Benjamin Manser)

Sie gilt als intaktes Baudenkmal von überregionaler Bedeutung und seltenes Beispiel des historischen Kirchenbaus: die katholische Kirche St. Maria-Neudorf. Doch die von 1914 bis 1917 nach Plänen von Adolf Gaudy errichtete Kirche muss dringend saniert werden, insbesondere ihr Dach.

«Die Untersuchung brachte zahlreiche defekte und lose Ziegel zum Vorschein», sagt Armin Bossart, Präsident des Kirchenverwaltungsrats. Dadurch bestehe die latente Gefahr, dass Feuchtigkeit eindringe und die vor zehn Jahren durchgeführte Innensanierung gefährde. Auch die Fassaden weisen witterungsbedingte Schäden auf, Turmleitern müssen ersetzt und die Kirchenfenster saniert werden.

Guter Zustand für das Alter

Aufgrund des Voranschlages rechnet der Kirchenverwaltungsrat mit Kosten von 4,08 Millionen Franken. Davon würden 400 000 Franken aus der Baureserve der Kirchengemeinde entnommen, 675 000 wurden von der Denkmalpflege in Aussicht gestellt. Der Restaufwand von 3 005 000 Franken würde innert 25 Jahren abgeschrieben, was einem jährlichen Abschreibungsbetrag von 120 200 Franken entspricht. «Für uns ist die Sanierung ein riesiger <Lupf>», sagt Bossart. Doch die Kirche sei für ihr Alter sowie für die Tatsache, dass die letzte Aussensanierung 1966 erfolgte, in gutem Zustand. Die Innenrenovation war im September 2003 gutgeheissen worden. «In den damaligen Abstimmungsunterlagen war darauf hingewiesen worden, dass eine umfassende Aussenrenovation in zehn Jahren geprüft werden muss.» Dies habe man in den letzten Jahren auch gemacht und den Plan für die Aussensanierung entsprechend vorbereitet, sagt Daniel Stauffacher, Bereichsleiter Liegenschaften im Kirchenverwaltungsrat. Dieser Plan sieht vor, dass eine temporäre Überdachung erstellt wird. «Nach einer optimistischen Rechnung wäre die Kirche ein Jahr lang eingerüstet.» Mühsam gestalte sich die Sanierung der Fassaden, bei der die Zementfugen erst ausgekratzt und dann durch Kalkfugen ersetzt werden müssen. Für die Instandstellung der wertvollen Fenster wurde das nationale Kompetenzzentrum Vitrocentre Romont beigezogen. «Die von Richard Nüscheler patentierten Kunstverglasungen an der westlichen Rosette stammen aus der Dörfli-Kirche der Landesausstellung von 1914 in Bern», sagt Stauffacher.

Konzept spricht für Investition

Am 1. Juli diskutiert das Kirchgemeindeparlament das Sanierungsprojekt, die kirchliche Volksabstimmung findet dann voraussichtlich am 13. September statt, Baubeginn wäre im Frühjahr oder Sommer 2016. «Ich gehe davon aus, dass die Vorlage angenommen wird», sagt Armin Bossart. Schliesslich habe ein solches Projekt seinen Preis, und die Sanierung müsse halt einfach gemacht werden. Auch das in die Zukunft wirkende Seelsorgekonzept spreche für die Investition in die Kirche St. Maria-Neudorf. Gemäss städtischem Richtplan entwickle sich die Stadt nämlich weiter nach Osten, womit Neudorf noch mehr zum Zentrum des Südostens würde.

Armin Bossart Präsident des Kirchenverwaltungsrates (Bild: Hanspeter Schiess)

Armin Bossart Präsident des Kirchenverwaltungsrates (Bild: Hanspeter Schiess)