1000 Giftschlangen

BANGKOK. In der Nähe der Henri Dunant Road im Zentrum der Millionenstadt Bangkok befindet sich die weltweit zweitgrösste Schlangenfarm. Sie gehört dem Thailändischen Roten Kreuz und ist im Queen Saovabha Memorial Institute integriert.

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BANGKOK. In der Nähe der Henri Dunant Road im Zentrum der Millionenstadt Bangkok befindet sich die weltweit zweitgrösste Schlangenfarm. Sie gehört dem Thailändischen Roten Kreuz und ist im Queen Saovabha Memorial Institute integriert. Hauptzweck dieser Schlangenfarm ist die Herstellung von Gegengiften gegen Schlangenbisse. Dafür benötigt man das Gift der Schlange. In der 1923 gegründeten Schlangenfarm werden zur Produktion und Entwicklung rund 1000 Giftschlangen aus etwa 50 Arten gehalten. Für Besucher und Touristen wurde eine Ausstellung eingerichtet, die zahlreiche der in Thailand lebenden (Gift-)Schlangen zeigt. Mitarbeiter zeigen dort auch, wie Giftschlangen «gemolken» werden, das heisst, wie ihnen das Gift für die Produktion abgenommen wird. Zudem gibt es auch eine Impfstation für Reisende.

Gegengifte für Schlangenbisse werden sehr spezifisch entwickelt. Antivenine sind in der Regel immer nur bei Bissen durch eine Schlangenart oder Angehörige einer nahe verwandten Artengruppe anwendbar. Solche Produkte aus Bangkok gibt es auch in der Schweiz: Die Spitalpharmazie Thurgau AG in Münsterlingen am Bodensee bewirtschaftet für das Serum Depot Schweiz einige Antivenine. «Darunter befinden sich einige Seren aus Thailand», bestätigt Karin Preter, Leiterin Produktion der Spitalpharmazie. In der Schweiz gab es seit 1960 einen einzigen Todesfall durch Giftschlangenbiss, wie die Tox Info Suisse in Zürich schreibt. (uok)