100 Fahrzeuge pro Tag geblitzt

Abzockerei und Wegelagerei: Für den Blitzer bei der Autobahnausfahrt Meggenhus erntet die Polizei harte Kritik. Doch der Radar habe sich bewährt, sagt der Chef der St. Galler Verkehrspolizei. Seit der Installation kam es zu keinem Unfall.

Linda Müntener
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Seit August 2013 steht bei der Autobahnausfahrt Meggenhus in Mörschwil ein Radargerät. (Bild: Rudolf Hirtl)

Seit August 2013 steht bei der Autobahnausfahrt Meggenhus in Mörschwil ein Radargerät. (Bild: Rudolf Hirtl)

MÖRSCHWIL. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kanton St. Gallen ist 2013 drastisch zurückgegangen. So auch in Mörschwil: Während im Jahr 2012 63 Unfälle registriert wurden, waren es 2013 noch 33. Kein einziger davon hat sich laut Christian Aldrey, Chef der St. Galler Verkehrspolizei, auf der Autobahnverzweigung Meggenhus ereignet. Dort, wo seit Mitte 2013 ein Blitzer scharfgestellt ist.

«Ruhiger geworden»

Konnte mit dem Radar der Unfallschwerpunkt entschärft werden? Aldrey relativiert: «Die meisten Unfälle an dieser Stelle ereigneten sich bei schlechter Witterung im Frühling oder Winter.» Da letzterer dieses Jahr sehr mild gewesen ist, sei eine Prognose schwierig. «Der Blitzer hat sich dennoch bewährt», sagt Aldrey. «Es ist ruhiger geworden, die Geschwindigkeit wurde massiv gesenkt.» 100 Fahrzeuge pro Tag wurden laut Aldrey seit der Installation im vergangenen Jahr beim Meggenhus geblitzt. «Das ist ein Wert im Promillebereich.»

Blitzer verschieben

Die Befürchtungen, durch brüskes Abbremsen vor dem Radar könnten Auffahrunfälle provoziert werden, hätten sich nicht bestätigt. Dass viele unmittelbar nach dem Radar wieder aufs Gaspedal drücken, bestreitet der Chef der Verkehrspolizei aber nicht. Dem versucht die Polizei entgegenzuwirken: «Der Apparat ist eine semistationäre Anlage. Es wird vorkommen, dass der Blitzer auch einmal etwas weiter vorne oder weiter hinten plaziert wird.» Die Hinweistafel soll weiterhin bleiben.