St.Gallen führt Ostwind-Firmenabo für Kantonsangestellte ein – Spesenansätze für Fahrten mit dem Privatauto sinken

Der Kanton St.Gallen will für die Mitarbeiter der Zentralverwaltung das Ostwind-Firmenabo einführen. Mit einer Vergünstigung des Abonnements um 30 Prozent soll das Mobilitätsverhalten positiv beeinflusst werden. 

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Das Ostwind-Firmenabo gilt flächendeckend auf allen Bahn- und Buslinien in den sechs Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St.Gallen, Glarus, Schaffhausen und Thurgau. (Bild: Urs Bucher)

Das Ostwind-Firmenabo gilt flächendeckend auf allen Bahn- und Buslinien in den sechs Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St.Gallen, Glarus, Schaffhausen und Thurgau. (Bild: Urs Bucher) 

(lw) Der Kanton St.Gallen will mit seinem Mobilitätsmanagement den öffentlichen Verkehr fördern. Die Regierung hat deshalb den Grundsatzentscheid gefällt, für die Mitarbeitenden der Zentralverwaltung ab dem Jahr 2020 das Ostwind-Firmenabo einzuführen. Die Regierung schreibt in ihrer Mitteilung:

«Mit der Vergünstigung des Abonnements um 30 Prozent sollen das Mobilitätsverhalten positiv beeinflusst und ein hoher Umsteigeeffekt erzielt werden.»

Im Gegenzug zu dieser Vergünstigung will die Regierung die Entschädigung für die Benützung des Privatautos für dienstliche Fahrten reduzieren.

Die Regierung ist überzeugt, dass die Einführung des Ostwind-Firmenabos «einen substanziellen Beitrag zur Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Klimaschutzes leistet» und einen wichtigen Schritt zur Lenkung des Mobilitätsverhaltens unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten darstelle.

Kanton als vorbildlicher und attraktiver Arbeitgeber

Anfang 2019 passte die Regierung die Personalverordnung an, mit dem Ziel, das Mitarbeitende bei dienstlichen Fahrten stärker auf die öffentlichen Verkehrsmittel setzen. Die angepasste Prioritätenordnung soll mit der Einführung des Firmenabonnements für den Ostwind-Tarifverbund ab dem Jahr 2020 weiter gefördert werden.

Mit dem vorgesehenen Rabatt von 30 Prozent und der Möglichkeit der Nutzung des Firmenabos während der Freizeit soll das Mobilitätsverhalten der Mitarbeitenden der Zentralverwaltung (Staatskanzlei, Departemente und Gerichte) in die angestrebte Richtung gelenkt werden. Der Kanton will damit die Umwelt stärker schützen und als Arbeitgeber attraktiv sein.

Anpassung der Spesenansätze für Fahrten mit dem Privatfahrzeug

Die Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel hat zur Folge, dass die Regierung die Entschädigungen für die Benützung des eigenen Personenwagens für dienstliche Fahrten hinterfragt.

Die bisherigen Ansätze (78 Rappen für die ersten 5'000 Kilometer im Kalenderjahr, 65 Rappen für eine Fahrleistung zwischen 5'001 und 10'000 Kilometer, 56 Rappen für darüber liegende Fahrleistungen), seien angemessen herabzusetzen, heisst es in der Mitteilung. Dies, weil sie sich auch im interkantonalen Vergleich als hoch erwiesen haben.

Das Finanzdepartement hat dazu das Vernehmlassungsverfahren zu einer Anpassung der Personalverordnung per 1. Januar 2020 eröffnet.

Ostwind-Firmenabo

Im Jahr 2006 wurde das Ostwind-Firmenabo mit dem Ziel lanciert, mehr Berufspendlerinnen und Berufspendler für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Das Firmenabo ist ein Jahresabonnement, das im ganzen Ostwind-Verbundgebiet gültig ist. So gilt es flächendeckend auf allen Bahn- und Buslinien in den sechs Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St.Gallen, Glarus, Schaffhausen und Thurgau.

Der Arbeitgeber beteiligt sich prozentual am Jahresabonnement der Mitarbeitenden. Für die Mitarbeitenden sei dieses Angebot auch deshalb attraktiv, weil sie mit dem Firmenabo auch in ihrer Freizeit Bahn und Bus im gesamten Ostwind-Gebiet nutzen können, heisst es in der Mitteilung. Zum heutigen Zeitpunkt bieten rund 30 Arbeitgebende das Firmenabo an, darunter auch die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Thurgau.