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ST.GALLEN: «Die Säuli werden nicht zum Rennen gezwungen»

Das Säulirennen gehört zu den Höhepunkten der Olma. Doch nicht alle sind mit dem Publikumsrenner einverstanden. So hat die Aargauer Tierschützerin Nancy Holten scharfe Kritik an der Tradition geübt und deren Abschaffung gefordert.
Annika Schmidt
Vor grossem Publikum rennen die Säuli um die Wette. Der Anlass gehört zu den Messe-Höhepunkten. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Vor grossem Publikum rennen die Säuli um die Wette. Der Anlass gehört zu den Messe-Höhepunkten. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Das Säulirennen gehört zu den Höhepunkten der Olma. Doch nicht alle sind mit dem Publikumsrenner einverstanden. So hat die Aargauer Tierschützerin Nancy Holten scharfe Kritik an der Tradition geübt und deren Abschaffung gefordert. «Säuli sind doch keine Sklaven», sagte Holten kürzlich gegenüber den Medien. Der St. Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche, der die Rennen bewilligt hat, widerspricht.

Sind die Tiere an der Olma, wegen des Lärms und der vielen Besucher nicht enormem Stress ausgesetzt?

Wir sind der Meinung, dass die Tiere wegen des Lärms keinen Stress erleiden. Es gibt keine Anzeichen dafür. Erfahrungen und Untersuchungen zeigen, dass sich Tiere an einen mehr oder weniger regelmässigen Lärmpegel schnell gewöhnen.

Welche gesetzlichen Vorschriften mussten Sie bei der Bewilligung beachten?

Die Bewilligung basiert einerseits auf der Tierschutzverordnung und ist erforderlich, weil die Tiere der Werbung dienen. Dabei haben wir zu beurteilen, ob die Stallungen, Gehege und Einrichtungen in Ordnung sind, die Betreuung stimmt und bei der Werbung gesichert ist, dass die Tiere nicht leiden, Schaden nehmen oder ihre Würde anderweitig missachtet wird. Anderseits enthält die Bewilligung auch seuchenpolizeiliche Auflagen.

Albert Fritsche Kantonstierarzt SG (Bild: Ralph Ribi)

Albert Fritsche Kantonstierarzt SG (Bild: Ralph Ribi)

Der Bundesrat nimmt ein Säuli auf den Arm, im nächsten Moment beisst er in eine Bratwurst. Wird nicht eine heile Tierwelt vorgespielt?

Die Olma macht Tiere für die Bevölkerung erlebbar. Eine Beziehung entsteht im Wesentlichen erst durch das Erleben. Im Zentrum der Olma stehen die Nutztiere, die wir im Alltag viel weniger wahrnehmen als etwa Hunde und Katzen. Tierschutz bedeutet für mich, dass man mit allen Tieren gleichermassen respektvoll umgeht, egal zu welchem Zweck sie gehalten werden. Tierschutz geschieht am lebenden Tier und geht bis zum korrekten Töten. Tierschutz heisst nicht, dass wir Tiere nicht nutzen dürfen.

Welche Risiken sehen Sie für die Säuli?

Beim Säulirennen – so wie es an der Olma durchgeführt wird – sehe ich überhaupt keine Risiken für die Schweine. Rennen ist eine normale Bewegungsart der Tiere. Sie werden ja nicht gezwungen dazu. Wenn sie in der Runde stehen bleiben, dann bleiben sie halt stehen. Die Säuli wurden zudem auch wochenlang auf ihren Auftritt hin trainiert. Meines Wissens geschah die Vorbereitung sogar mit den Startboxen und der Rennmusik.

Wie erkennt man an einem Schwein, dass es gestresst ist?

Wie für uns Menschen ist nur ein langzeitiger, chronischer Stress problematisch für Tiere. Das zeigt sich in der Regel an stereotypen Bewegungen, Teilnahmslosigkeit und erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten.

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