ST.GALLEN: Caritas schreibt wieder schwarze Zahlen

Der Verbund mit Caritas Schweiz und die Verschlankung der eigenen Strukturen hat sich bewährt. Caritas St.Gallen-Appenzell hat den Aderlass überstanden. Erstmals seit Jahren wurde ein kleiner Gewinn erzielt.

Christoph Zweili
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Teilnehmer im Projektrestaurant Cantinas. (Bild: pd/sar.)

Teilnehmer im Projektrestaurant Cantinas. (Bild: pd/sar.)

ST.GALLEN. Im Zuge der 2014 eingeleiteten Neuorganisation hatte Caritas St.Gallen-Appenzell in einem ersten Schritt 250 Stellenprozente abgebaut. Im vergangenen Jahr wurden noch einmal 480 Stellenprozente auf heute 1900 (mit 24 Mitarbeitenden) gestrichen, um die Organisation in eine gesunde Zukunft zu führen, wie das Hilfswerk gestern mitteilte.

Am 1. Januar 2015 nahm der neue Geschäftsführer Philipp Holderegger seine Arbeit auf. «Die Rettungsstrategie der vergangenen zwei Jahre ist gelungen», fasst Vorstandspräsident Josef Fässler die Jahresbilanz 2015 zusammen. Nach 18 Jahren im Dienst der Caritas entschloss sich Fredy Bihler, stellvertretender Geschäftsführer, per Ende Jahr zu kündigen, sein Nachfolger seit 1. April ist Peter Illitsch, bisher in der Regionalstelle Sargans tätig. Mit der Neuorganisation hat die regionale Caritas ab 2014 im Verbund mit Caritas Schweiz zu arbeiten begonnen. Dieses Modell habe sich bewährt, teilt Caritas mit.

Eigenständiger Verein

Caritas St.Gallen-Appenzell bleibe ein eigenständiger Verein. Der katholische Konfessionsteil des Kantons und das Bistum St.Gallen nähmen ihre Verantwortung für die wichtigen caritativen Aufgaben weiterhin über die Leistungsvereinbarung wahr, die ein Engagement von über einer Million Franken pro Jahr vorsieht.

Im Bereich Arbeitsintegration/Bildung wurde der Stellenplan der Auftragslage angepasst und um 130 Stellenprozente abgebaut. Deutschstunden beispielsweise werden mangels Nachfrage durch die Behörden nicht mehr erteilt. Der Rebau Markt wurde geschlossen, die Betriebe zusammengefasst und die Mietfläche halbiert. Der Vorstand generierte 2015 Spenden von 105 000 Franken.

Götti-System ausweiten

Die Abteilung Diakonieanimation begleitet soziale Projekte in den Seelsorgeeinheiten des Bistums. Diese Tätigkeit werde immer erfolgreicher. In der Stadt St.Gallen engagieren sich Freiwillige im Rahmen des Projekts «mit mir» als Götti für Kinder und Familien, die Unterstützung benötigen. Im laufenden Jahr werde nun geprüft, ob das Projekt auf das ganze Bistumsgebiet ausgeweitet werden könne.

Seit September 2015 ist die Caritas-Regionalstelle im Auftrag des Bistums zuständig für Koordinationsaufgaben im Bereich Flüchtlingshilfe. Schon länger koordiniert Caritas das Mentoring-Programm für vorläufig aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge. Mentoren begleiten sie bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, 2015 fanden 80 Prozent der Programmteilnehmenden eine Arbeits- oder Praktikumsstelle.