St.Gallen
«Auflagen sind schwer nachvollziehbar»: Public Viewing im Espenmoos findet nicht statt – Veranstalter zieht Gesuch zurück

Es wäre zu schön gewesen: 1000 Zuschauer auf einem Platz, die eine Stimmung machen, wie wir sie seit Beginn der Pandemie nicht mehr erleben durften. Doch Fussballfans müssen wohl noch länger auf das gemeinsame Jubeln warten, denn der Radiosender FM1 sieht von der Planung eines Public Viewings im Espenmoos ab. Zu streng seien die Auflagen des Kantons.

Saskia Ellinger
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Mitfiebern in der Menschenmenge: Das bleibt wohl bei dieser EM ein unerfüllter Wunsch vieler Fussballfans.

Mitfiebern in der Menschenmenge: Das bleibt wohl bei dieser EM ein unerfüllter Wunsch vieler Fussballfans.

Bild: Sandra Ardizzone/ BAD

Aus und vorbei. Der Traum vom gemeinsamen Public Viewing mit Freunden, Bier und Sonnenschein im ehemaligen Heimstadion des FC St.Gallen ist geplatzt. 1000 Zuschauer, die im Espenmoos gemeinsam in den Trikotfarben ihrer Teams grölen, wenn ein Goal fällt, sind jetzt wieder nur Fiktion.

Der Plan zum Public Viewing im Espenmoos stammte vom Ostschweizer Radiosender FM1. Am Montag hat Urs Brülisauer, Leiter der Eventabteilung, das Gesuch zurückgezogen. Zu streng seien die Auflagen gewesen, die das Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen fordert.

Event durch Auflagen unwirtschaftlich

Die Liste der Anforderungen an den Veranstalter ist lang: Zutrittskontrollen, Datenerhebung, Abstandsregelungen, Kontrolle der Maskenpflicht, Schulung des Personals, Sektorentrennung und einiges mehr. Für Urs Brülisauer sind diese in der Praxis für einen Anlass wie diesen nicht tauglich. Und:

Urs Brülisauer, Leiter Eventabteilung Radio FM1.

Urs Brülisauer, Leiter Eventabteilung Radio FM1.

Bild: PD
«Die Umsetzungsauflagen stehen in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Der Event lässt sich nicht mal annähernd wirtschaftlich gestalten.»

Schon allein das Ausfüllen des Gesuchs und das Aufstellen eines Sicherheitskonzepts würden immens viel Zeit und personellen Aufwand erfordern. Sehr viel Arbeit also, um als eine der drei Pilotveranstaltungen des Kantons St.Gallen zugelassen zu werden. Das haben vermutlich auch andere potenziell Interessierte erkannt: Es wurde laut dem Kanton einzig und allein ein Gesuch für ein Public Viewing als Pilotveranstaltung gestellt – ebenjenes von FM1.

Auflagen schwer nachvollziehbar

Eine weitere Schwierigkeit sieht Urs Brülisauer in der Umsetzung der GGG-Regel, also der Nachweis einer Impfung, eines negativen Tests oder einer Genesung von Covid-19. Die Zielgruppe sei zwischen 20 und 50 Jahren alt, nur 20 Prozent dieser Menschen seien geimpft.

«Im Umkehrschluss heisst dies, dass sich 80 Prozent unserer potenziellen Besucher einem PCR-Test für 80 Franken unterziehen müssten.»

Zusätzlich zum Eintrittsticket für das Public Viewing sei das viel Geld für einen Nachmittag im EM-Rausch. Hinzu kommt für Brülisauer der Widerspruch, dass trotz Nachweis eines der drei Gs die Maskenpflicht im ganzen Areal weiter besteht. Das Gleiche gilt für die Konsumationspflicht am Sitzplatz.

«Diese Auflagen sind im Quervergleich zu einem ganz normalen Samstagnachmittag in einem Einkaufszentrum schwer nachvollziehbar.»