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STEUERN: Bis im Mai für den Staat arbeiten

Einkommensmillionäre arbeiten in Appenzell «nur» bis zum 24. März, um ihre Steuern zu bezahlen. Bei anderen dauert es wesentlich länger, wie eine Auswertung des Bundes für die Kantonshauptorte zeigt. Insgesamt sind die Unterschiede beträchtlich.
Christoph Zweili

Christoph Zweili

christoph.zweili@tagblatt.ch

Im Steuerjargon spricht man vom «Tax Freedom Day». Übersetzt ist damit etwa der «Tag der Steuerfreiheit» gemeint: jener Tag im Jahr also, an dem man nicht mehr für den Fiskus arbeitet. Oder anders gesagt geht es darum, auszurechnen, wie viele Tage jemand arbeiten muss, um die Einkommenssteuern bezahlen zu können, die er Bund, Kanton, Gemeinde und Kirche schuldet; ungeachtet der Dienstleistungen, welche er im Gegenzug von der öffentlichen Hand erhält. Das dauert umso länger, je höher die Steuerbelastung ist. Diese wiederum hängt nicht nur vom Einkommen, vom Zivilstand und von der Anzahl Kinder ab, sondern besonders stark auch vom Wohnort.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat kürzlich die «Steuerfreiheitstage» für die Kantonshauptorte neu errechnet, mit Daten von 2016. Die Unterschiede sind gewaltig. Fangen wir bei einer raren Species an, den ledigen Spitzenverdienern, die brutto 1 Million Franken pro Jahr verdienen. Diese Lohnschwergewichte werden sich gut überlegen, wo sie wohnen wollen, da für sie die Steuerbelastung stärker ins Gewicht fällt als für Normalverdiener.

Reiche müssen in Städten am längsten für den Staat arbeiten

Für diese Einkommensmillionäre ist – wenig erstaunlich – Zug von allen Kantonshauptorten am attraktivsten. Hier müssen sie «nur» bis zum 16. März arbeiten, um die Steuerschulden zu begleichen. Lediglich 6 bis 19 Tage länger dauert es in Sarnen (Obwalden), Appenzell (Appenzell Innerrhoden), Altdorf (Uri) und Stans (Nidwalden). Andere Orte sind deutlich weniger interessant – Basel etwa, wo der «Tax Freedom Day» erst am 3. Mai kommt, oder Zürich (5. Mai), Bern (11. Mai) oder beim Schlusslicht Genf (16. Mai). Einkommensmillionäre arbeiten in Basel, Bern, Zürich oder Genf also mehr als vier Monate für den Fiskus. In der Ostschweiz geht’s den Einkommensmillionären in Appenzell am besten, hier können sie ihre Steuerschuld in 83 Tagen abarbeiten (24. März). In Arbon brauchen sie dafür 34 Tage länger, bis zum 27. April. Die Differenzen sind im Kanton St. Gallen mit 24 Tagen am grössten – in Degersheim kommt der «Tax Freedom Day» erst mit 120 Tagen, in Mörschwil bereits mit 96. Im Thurgau ist es ähnlich: In Bottighofen ist es bereits am 4. April so weit, in Arbon erst 23 Tage später am 27. April.

In Appenzell am raschesten, zuletzt in St. Gallen

Am andern Ende der Skala sind die Haushalte mit tiefem Einkommen. Nehmen wir den kinderlosen Single mit einem Durchschnittslohn von 70000 Franken. Auch er hat seine Schuld in Zug am raschesten beglichen – und zwar bereits am 19. Januar –, während er in Neuenburg beinahe die ersten beiden Monatslöhne dem Fiskus überweisen muss (27. Februar). In Zürich beginnt die Steuerfreiheit für den Single bereits am 4. Februar, in Appenzell am 5., in Frauenfeld am 13., in Herisau am 14. und in St. Gallen am 21. Februar.

Innerhalb der Ostschweizer Kantone hat er seine Schulden in Appenzell am raschesten beglichen, in Bottighofen braucht er einen Tag länger und in Degersheim braucht er dafür bis zum 24. Februar – die grössten Differenzen finden sich mit Degersheim (24.2.) und Mörschwil (9.2.), Arbon, Raperswilen und Birwinken (19.2.) und Bottighofen (6.2.) in den Kantonen St. Gallen und Thurgau.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für eine vierköpfige Familie mit 100000 Franken Einkommen, in der nur einer der Eheleute verdient. In Zug ist sie bereits am 5. Januar steuerfrei, falls sich die Familie dort die Wohnkosten tatsächlich leisten kann. In Appenzell hat sie ihre Schuld am 20. Januar getilgt, in Frauenfeld am 22., in St. Gallen am 25. und in Herisau am 29. Januar. In der Ostschweiz ist die Steuerschuld gegenüber dem Fiskus in Bottighofen bereits am 18. Januar beglichen, in Hundwil 13 Tage später erst am 31. Januar.

Es gibt unzählige Konstellationen, für die sich der «Tag der Steuerfreiheit» immer wieder unterscheidet. Für eine ganze Reihe von Beispielhaushalten hat die Eidgenössische Steuerverwaltung die Daten berechnet; sie lassen sich auf der Internetseite abrufen. Dort finden sich unter anderem auch Rechenbeispiele dafür, wie gross die Belastung durch Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern in Prozent des Bruttoeinkommens für verschiedene Einkommen ist (siehe Zweittext).

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