Steinschlag legt Wasserkraftwerk lahm

Das Wasserkraftwerk Muslen im Betlis ist ausser Betrieb. Ein Steinschlag traf die Druckleitung. Bis Ende September kann hier kein Strom produziert werden. Die Reparatur der beschädigten Leitung im steilen Felsgebiet dürfte teuer werden.

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Nach einem Steinschlag spritzt Stauseewasser aus der defekten Leitung in den Walensee. (Bild: Jakob Haltinner)

Nach einem Steinschlag spritzt Stauseewasser aus der defekten Leitung in den Walensee. (Bild: Jakob Haltinner)

AMDEN/BETLIS. Ein Steinschlag hat am Sonntagmorgen die 302 Meter lange Druckleitung des Wasserkraftwerks Muslen, die vom Stausee Muslenweiher hinunter zum Walenseeufer führt, beschädigt. Seither steht die Anlage still. Normalerweise wird hier die Kraft des gebändigten Wassers in Strom für 800 bis 900 Haushalte umgewandelt. Mit einer Sofortmassnahme haben Mitarbeiter der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) den Ausgang des Stausees Muslenweiher durch einen Schieber versperrt und die Kraftwerksturbine ausser Betrieb gesetzt. Noch immer fliesst Wasser aus dem Rohr. «Der Schieber am Stausee kann nicht hundertprozentig geschlossen werden», sagt Reto Zuglian, Leiter Betrieb Produktion der SAK. Es bestehe aber keine Gefahr mehr. Mit Steinschlag ist hier allerdings jederzeit zu rechnen. Die Schutzverbauung ist restlos zerstört.

Zuerst geologisch abklären

«Der Zustand des Wasserkraftwerks Muslen bereitet uns schon länger Sorgen», sagt der SAK-Betriebsleiter. Und nun auch noch dieser Schaden. Die Wucht der herabstürzenden Felsmassen hat die Druckleitung verschoben. Dabei ist eine Schweissnaht zerborsten. Das Wasser suchte sich seinen eigenen Weg. «In einem zugänglichen Gebiet könnte so ein Schaden in kurzer Zeit behoben werden», weiss SAK-Bereichsleiter Adriano Tramèr. «Im Fall Muslen muss das Gebiet erst geologisch abgeklärt werden.»

Zwei Monate ausser Betrieb

Gemäss Max Zeller von der kantonalen Gebäudeversicherungsanstalt sind die Schäden durch die Elementarversicherung gedeckt. Nach ersten Schätzungen gehen diese in die Hunderttausende. Tramèr sagt: «Wir gehen von einem zweimonatigen Stillstand der Anlage aus.» Den zu erwartenden Produktionsausfall beziffert er mit weiteren 50 000 Franken. Die Stromlieferung werde derzeit von anderen Anbietern gesichert. (un)

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