STATISTIK: Unfallursache Ablenkung

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kanton St. Gallen bleibt auf Vorjahresniveau. Zugenommen haben Unfälle mit E-Bikes.

Sabrina Bächi
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Sabrina Bächi

sabrina.baechi

@tagblatt.ch

Herzhaft ins Sandwich gebissen, seit Stunden unterwegs, und nur kurz aufs Smartphone geschaut, schon ist es passiert: Die meisten der insgesamt 2712 Unfälle im Kanton St. Gallen passierten letztes Jahr, weil der Fahrer abgelenkt war. Das ergeben die Statistiken der Kantonspolizei St. Gallen, die gestern veröffentlicht wurden. Obwohl sich die Unfallzahlen auf dem Vorjahresniveau bewegen, ist die Zahl der Verletzten gestiegen. Und es musste mit 14 Verkehrstoten eine tödlich verunfallte Person mehr verzeichnet werden als im vergangenen Jahr.

Trotzdem ist die Anzahl an Verkehrstoten seit 1971 stetig gesunken. In jenem Jahr wurde ein Höchststand mit über 120 Toten erreicht. Dies war ausschlaggebend für Bestrebungen, die Anzahl an Verkehrstoten drastisch zu senken. Gemeinsam mit der Polizei setzte sich eine Expertengruppe aus Psychologen, Fahrlehrern und den Verkehrsverbänden zusammen, um Kampagnen zu erarbeiten, wie dieses Ziel erreicht werden könnte. Weil es damals noch keine Agenturen gab, die auf langjährige Erfahrung im Bereich der Verkehrsprävention zurückgreifen konnten, war Innovation und Kreativität gefragt.

Massnahmen brachten den gewünschten Erfolg

Rückblickend erweisen sich die ergriffenen Massnahmen als sehr erfolgreich. Vor allem die Anschnallpflicht und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Stundenkilometer ausserorts brachten eine markante Senkung der Anzahl an Toten. In der Grafik sind auch die positiven Auswirkungen der neuen Technologien sichtbar. Trotz aller Technologien passieren innerorts am Freitag um sechs Uhr abends am meisten Unfälle. «Innerorts ist die Gefahr eines Unfalls sehr hoch, weil wir sehr viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmer haben», sagt Christian Aldrey, Leiter der Verkehrspolizei des Kantons St. Gallen.

So kommen hier Fussgänger, Velofahrer sowie Auto- und Lastwagenfahrer auf kleinstem Raum zusammen. Total gab es innerorts 1528 Unfälle. «Weil jeder Fahrkilometer, den man zu schnell unterwegs ist, einen grossen Unterschied macht, prüfen wir vor allem innerorts die Geschwindigkeiten», sagt Aldrey. Trotzdem nahmen Unfälle mit überhöhter Geschwindigkeit zu. Mehr als doppelt so viele davon wurden von Männern verursacht. Unfälle mit Motorradfahrern sind weiterhin rückläufig, obwohl die Saison dank milderer Winter immer länger wird. Es ist noch ein Toter zu beklagen.