Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

START-UP: Die App ruft das Taxi: Ostschweizer Tüftler wollen Taxiwesen revolutionieren

Ein Taxi bestellen über das Smartphone: Zwei Freunde aus dem Rheintal haben die neue App «Fahr mit Emil» entwickelt. Aktuell machen 25 Taxiunternehmen an 40 Orten in der Ostschweiz mit.
Ursula Wegstein
Sie stehen hinter der Taxi-App: Erol Kanik und Raphael Hardegger. (Bild: Sabrina Stübi)

Sie stehen hinter der Taxi-App: Erol Kanik und Raphael Hardegger. (Bild: Sabrina Stübi)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier:<strong><em>www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Sie möchten mit ihrer App das ­Taxifahren wieder cool machen, sagt Erol Kanik. «Beim Taxifahren hat sich in den letzten 25 Jahren nichts verändert», ergänzt Raphael Hardegger. «Auf einmal kam Uber und rüttelte die Branche auf. Alle gingen streiken, aber niemand hat etwas dagegen ­gemacht. Wir wollen fürs Taxifahren eine neue Plattform und damit eine neue Lösung anbieten», so der junge Rheintaler. So könnten Taxifahrer ein anderes Kundensegment erschliessen: «Wir sind eine Generation, die mehr tippt als anruft. Wir machen alles mit dem Smartphone», sagt der 24-Jährige.

Entstanden ist alles aus einer Idee, die ihnen vor eineinhalb Jahren in Rom kam. Die Schulfreunde Erol Kanik und Raphael Hardegger wollten vom Bahnhof zu einem Restaurant. U-Bahn und Bus streikten. An der Taxistation eine Warteschlange von über 100 Leuten. Ihnen fiel Uber ein: Innert fünf Minuten hielt das per Smartphone georderte Taxi genau vor ihnen.

Etwas ändern statt meckern

Die beiden jungen Werdenberger, die sich in ihrer Freizeit selbst hin und wieder als Taxifahrer ­etwas dazuverdienten, beschlossen, das Prinzip «Taxi per App» auf die ländlichen Regionen ihrer Heimat zu übertragen. Getreu dem Motto «Nicht meckern und nichts tun, sondern selber etwas ändern», haben sie seither Zeit, Geld, Herz, Energie und Herzblut investiert – und nach knapp einem Jahr stand die Lösung: Von Zürich bis Vaduz, von Chur bis Rorschach lässt sich mit der App «Fahr mit Emil» jederzeit ein Taxi von momentan 25 Taxiunternehmen an 40 Orten der Ostschweiz bestellen. Nach einer Testphase ist das Unternehmen am 1. Januar offiziell gestartet.

Der Mehrwert im Vergleich zum Anruf in der Taxizentrale: Mit der Eingabe des gewünschten Ziels des Kunden in der App wird über das GPS des Smartphones der genaue Standort an mehrere Taxifahrer in der Nähe übermittelt. Der Fahrer empfängt Standort, Name und Handynummer des Fahrgastes sowie das ­gewünschte Ziel. Ein Vorteil für den Fahrer ist zudem das Wegfallen der Anonymität: «Macht sich ein Kunde ohne zu zahlen davon, hat der Fahrer dessen Identität», so Hardegger.

«Wir sind gegen Schwarzarbeit»

Akzeptiert ein Fahrer den Auftrag, erfährt der Kunde im Gegenzug Marke, Farbe und Kennzeichen des bestellten Autos sowie Name und Handynummer des Fahrers. Ausserdem eine ­Kostenschätzung, den Streckenverlauf sowie die errechnete ­Ankunftszeit des Taxis. Anders als Uber akzeptieren Erol Kanik und Raphael Hardegger ausschliesslich lizenzierte Taxiunternehmer als Fahrer. «Wir sind gegen Schwarzarbeit», sagt ­Kanik. «Uns ist auch die Nähe wichtig. Wir möchten jeden unserer Taxifahrer persönlich kennen lernen.»

Die App «Fahr mit Emil» unterbietet auch nicht die bestehenden Preise – im Gegensatz zu Uber. Der Preis für den Kunden ist der gleiche wie beim ­direkten Einsteigen in ein Taxi. Der Fahrer leistet dafür eine Servicegebühr an die beiden Jungunternehmer. Es solle vor allem auch fair für die Taxifahrer sein. Manch einer lebe als Taxifahrer sowieso schon am Existenzminimum, sagt Hardegger.

25 Taxiunternehmen in vier Kantonen und Liechtenstein

Angefangen hat das Unterfangen mit vier Taxifahrern. Mittler­weile erfasst «Fahr mit Emil» 25 Taxiunternehmen in den Kantonen St. Gallen, Graubünden, Appenzell Ausserrhoden, Zürcher Unterland und Fürstentum Liechtenstein.

Und wer ist Emil? «Mit dem Namen ‹Emil› sollte man einen älteren, freundlichen Taxifahrer assoziieren: einer, der witzig ist, bei dem man sich wohlfühlt und der einen sicher ans Ziel bringt», sagt Hardegger. So einer wie Emil Steinberger. Vielleicht.

Neuanfang 2018

In der Serie «Neuanfang 2018» stellen wir Menschen vor, in deren Leben sich zum Jahreswechsel weit mehr verändert als nur eine Zahl. Bereits erschienen: &quot;Therapie, Drogentests und Bewährungshilfe: das Leben im Gefängnis&quot; (14.1.2018).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.