Die Grünen schicken Franziska Ryser in den Ständeratswahlkampf: Diese Kandidatur ist ein reines Stellungsspiel

Die Grünen können sich Hoffnungen auf einen Sitz im Nationalrat machen. Deshalb schickt die Partei Spitzenkandidatin Franziska Ryser in den Ständeratswahlkampf. Unlogisch? Keineswegs.

Andri Rostetter
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Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Wer früher für den Ständerat kandidierte, hatte in der Regel eine politische Laufbahn hinter sich. Der Ständerat, das war die Krönung nach einer jahrelangen Ochsentour. Das Stöckli war der Club der Etablierten. Das war einmal. Im Ständerat sitzen heute auch Newcomer und Quereinsteiger, die Chambre de Réflexion ist zu einem bunten Haufen geworden.

Die Zusammensetzung des Ständerats wirkt sich auch auf den Wahlkampf aus. Heute kandidieren nicht nur alte Hasen für die kleine Kammer, sondern auch Nachwuchshoffnungen und Aussenseiter. Parteien schicken aussichtslose Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen um einen Sitz in der Kleinen Kammer, um sie in Stellung zu bringen. Eine Kandidatur bedeutet Präsenz in den Medien, auf Podien und Plakatwänden. Das steigert Bekanntheitsgrad und Wahlchancen. Nicht für den Ständerat, aber allenfalls für den Nationalrat.

Die St.Galler Grünen könnten dank der Klimadebatte im Herbst zu den Gewinnern gehören. Ein Sitz im Nationalrat ist in Reichweite. Eine Ständeratskandidatur soll der Spitzenkandidatin Franziska Ryser zusätzlichen Schub verleihen. Allein darum geht es bei diesem Manöver.