Glosse

Ständeratswahlen 2019: Es schneit Kandidaturen - ein Segen? 

Die Kandidatenschar für den Ständerat wird immer bunter. Es winken nationaler Ruhm, Ehre und 130'000 Franken Jahresgehalt. Dennoch geben sich alle Kandidierenden total selbstlos. 

Odilia Hiller
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Sarah Bösch stellt sich als parteilose Einzelkämpferin der Ersatzwahl in den Ständerat vom 19. März 2019. (Bild: pd/Marcello Engi)

Sarah Bösch stellt sich als parteilose Einzelkämpferin der Ersatzwahl in den Ständerat vom 19. März 2019. (Bild: pd/Marcello Engi)

Von links und rechts schneit es dieser Tage Kandidaturen für den Ständerat. Die innere Einkehr der Festtage hat etliche politische Nonvaleurs dazu bewegt, sich zu opfern und ein Jahreseinkommen von gut 130'000 Franken ins Auge zu fassen.

Krippengründerin Sarah Bösch tut es und der Projektleiter Frischfleisch-Services, Mike Egger, ebenfalls. Die Abwesenheit von politischer Erfahrung schreckt auch eine Juristin namens Susanne Vincenz-Stauffacher und einen Hochschuldozenten namens Patrick Ziltener keineswegs.

Dass es sich beim Ständerat um ein Gremium meist altgedienter Politikerinnen und Politiker handelt, wirkt da fast wie eine Randnotiz. Journalist Roger Köppel kann es kaum erwarten, dieses aufzumischen.

Es gehört zu den Errungenschaften der Demokratie, dass politische Wahlen jeder Bürgerin und jedem Bürger offenstehen. Vereinzelt können solche Schüsse allerdings auch nach hinten losgehen. In einem Land westlich des Atlantiks ächzt man gerade unter den Folgen. 

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