Kommentar

Ständeratsentscheid zu den Kinderspitälern: Für Euphorie ist es noch zu früh

Ostschweizer Politiker setzen sich in Bern für bessere Tarife in der Kindermedizin ein. Das Ja des Ständerats lässt hoffen – doch entscheidend ist, dass der Bundesrat Resultate liefert.

Adrian Vögele aus Bern
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Adrian Vögele, Redaktor Ostschweiz

Adrian Vögele, Redaktor Ostschweiz

Bild: Ralph Ribi

Die Kinderspitäler dürfen hoffen: Dass der Ständerat kostendeckende Tarife in der Kindermedizin verlangt, ist ein wichtiges Signal angesichts der finanziellen Schieflage dieser Spitäler. Auch im Nationalrat hat das Anliegen gute Chancen. Denn obwohl über das Gesundheitswesen an allen Ecken und Enden gestritten wird: Niemand will, dass die medizinische Versorgung von Kindern leidet. Es kann nicht sein, dass die Kindermedizin immer stärker auf Gönner und Spenden angewiesen ist, um ihre Leistungen noch erbringen zu können.

Im Bundesparlament hat sich einmal mehr gezeigt, dass es sich für die Ostschweizer Kantone lohnt, über die Grenzen hinaus ihre Kräfte zu bündeln. St.Gallen als Standort des Ostschweizer Kinderspitals und der Thurgau als einer der Trägerkantone haben erfolgreich lobbyiert. Standesinitiativen nach Bern zu schicken, genügt in der Regel nicht, um etwas zu erreichen. Es braucht Leute, die die Anliegen auf nationaler Ebene engagiert vertreten. Das ist in diesem Fall gelungen: Kantons- und Bundesparlamentarier aus der Ostschweiz haben die Gesundheitskommission des Ständerats davon überzeugt, dass bei der Finanzierung der Kinderspitäler etwas passieren muss. Für Euphorie ist es allerdings noch zu früh. Auch wenn Gesundheitsminister Alain Berset den Handlungsbedarf anerkannt hat: Die Arbeit fängt jetzt erst an – der Bundesrat muss Ergebnisse liefern.

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