Stadtratswahl in Rapperswil-Jona: SP-Kandidat Luca Eberle ist neuer Schulpräsident

Nach dem Rücktritt von Thomas Rüegg (FDP) hat Rapperswil-Jona am Sonntag einen neuen Schulpräsidenten gewählt. SP-Kandidat Luca Eberle machte das Rennen.

Ramona Nock
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Thomas Rüegg (FDP) gratuliert seinem Nachfolger Luca Eberle (SP) zum Wahlsieg. (Bild: Ramona Nock)

Thomas Rüegg (FDP) gratuliert seinem Nachfolger Luca Eberle (SP) zum Wahlsieg. (Bild: Ramona Nock)

Geschlafen habe er nicht sehr gut: Luca Eberle (SP), Schulleiter des Schulhauses Rain in Jona und Kandidat für das städtische Schulpräsidium, zeigte sich am Sonntag vor der Wahlverkündigung angespannt. Doch der 40-Jährige wurde mit einem Glanzresultat gewählt. Mit 4224 Stimmen liess er Roland Manhart (CVP, 2023 Stimmen) klar hinter sich. Tanja Zschokke (UGS) musste sich mit 879 Voten begnügen. Eberle tritt damit die Nachfolge des 65-jährigen Thomas Rüegg (FDP) an, der aus Altersgründen den Rücktritt erklärt hatte. Er habe fest damit gerechnet, dass es bei der Neubesetzung des Schulpräsidiums zu einem zweiten Wahlgang kommen werde, sagte Eberle sichtlich überrascht. Dieses klare Resultat sei eine grosse Freude für ihn – und auch eine Erleichterung. Er vermutet, dass sein Fachwissen den Ausschlag für das deutliche Ergebnis gegeben hat. Sicher habe auch die Unterstützung der bürgerlichen Parteien dazu beigetragen. Der politisch unerfahrene Eberle war für seine Kandidatur der SP beigetreten; aber auch die städtische FDP und SVP hatten sich für ihn ausgesprochen.

Amtsantritt voraussichtlich Anfang Oktober

Nun gehe es für ihn darum, sich auf seinen ersten Arbeitstag als Schulpräsident und vollamtlicher Stadtrat vorzubereiten, sagt Eberle. Voraussichtlich per 1. Oktober wird er seine neue Stelle ­antreten. Zudem braucht nun das Schulhaus Rain in Jona einen neuen Schulleiter. Im Moment habe man dort eine Ad-interim-Lösung festgelegt, sagte Eberle. Weniger schön war das klare Resultat für den Zweitplatzierten Roland Manhart. Der nebenamtliche CVP-Stadtrat und Berufsfachschullehrer zeigte sich ­jedoch als fairer Verlierer und gratulierte Eberle zu seinem Glanzresultat. Für ihn selber sei es aber eine Enttäuschung – «eine Ohrfeige», wie er sagte. Zumindest ein etwas knapperes Resultat hätte er schon erwartet, gab Manhart offen zu. Und: «Die Bürgerlichen haben verloren, nicht ich», sagte er und spielte auf die parteipolitischen Gräben in Rapperswil-Jona an. «Es wurde bewusst die bürgerliche Mehrheit in der Stadt aufs Spiel ­gesetzt.»

Hoffnung auf politischen Kurswechsel

Für Stadträtin Tanja Zschokke von der UGS (Unabhängig, Grün, Sozial) ist das Ergebnis «ein Zeichen dafür, dass die Bürger eine Fachperson in diesem Amt wollen». Dass es aber auch ein politisches Amt sei und das Ressort Bildung, Alter und Gesellschaft umfasse, sei für die Wähler wohl in den Hintergrund gerückt. Sie sehe aber auch das Positive an Eberles Wahl: «Wir hoffen, dass damit soziale und grüne Anliegen im Stadtrat künftig vermehrt Gehör finden.» Auf einen solchen Kurswechsel angesprochen, sagte Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP), um dies zu bewerten, sei es noch zu früh. Und: «Stadtratswahlen sind in erster Line Personenwahlen.»