Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Unterirdisch bis ins Appenzellerland: So soll der neue Autobahnzubringer in St.Gallen aussehen

Der Bund, die Kantone St. Gallen und Appenzell, die Stadt St. Gallen und die Gemeinde Teufen planen gemeinsam
den Zubringer Güterbahnhof. Bauchef Marc Mächler spricht von einer «einmaligen Chance zu einem attraktiven Preis».
Marcel Elsener
Vom Sitterviadukt soll der Tunnel Feldli (grün) gebaut werden. Beim Güterbahnhof-Areal gibt es via unterirdischen Kreisel einen Zubringer in die Stadt oder weiter bis in die Liebegg an die Stadtgrenze zu Teufen. (Visualisierung: Astra)

Vom Sitterviadukt soll der Tunnel Feldli (grün) gebaut werden. Beim Güterbahnhof-Areal gibt es via unterirdischen Kreisel einen Zubringer in die Stadt oder weiter bis in die Liebegg an die Stadtgrenze zu Teufen. (Visualisierung: Astra)

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vom Sitterviadukt wird via Güterbahnhof-Areal ein neuer Autobahnzubringer zum Güterbahnhof-Areal gebaut. Er trägt den Namen Tunnel Feldli.
  • Vom Güterbahnhof-Areal wird eine Teilspange zur Liebegg an der Stadtgrenze zu Teufen gebaut. Sie trägt den Namen Tunnel Liebegg.
  • Im Bereich Güterbahnhof soll ein unterirdischer Kreisel mit Aus- und Einfahrten an die Oberfläche auf die Geltenwilenstrasse und via Güterbahnhofstrasse in die Oberstrasse gebaut werden.
  • Der Bund trägt die Kosten für die dritte Röhre des Rosenbergtunnels sowie die Umnutzung des Pannenstreifens zwischen Neudorf und St.Fiden. (1,144 Milliarden Franken)
  • Die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden sowie die Stadt St.Gallen und die Gemeinde Teufen übernehmen die Kosten für Anschlüsse an die Stadt und die Liebegg (ca. 150 bis 200 Millionen Franken).
  • Der Kostenteiler innerhalb der Region wird im Rahmen des generellen Projekts erarbeitet.
Beim alten Güterbahnhof soll dereinst ein Autobahnanschluss mit unterirdischem Kreisel gebaut werden. (Bild: Michel Canonica, 14. September 2018)

Beim alten Güterbahnhof soll dereinst ein Autobahnanschluss mit unterirdischem Kreisel gebaut werden. (Bild: Michel Canonica, 14. September 2018)

Die leidige Engpassbeseitigung auf dem St. Galler Autobahnnetz ist einen Schritt weiter, der St. Galler Baudirektor Marc Mächler sprach gestern von einem «wichtigen Meilenstein»: Das Bundesamt für Strassen (Astra), die Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden, die Stadt St. Gallen und die Gemeinde Teufen haben sich auf eine sogenannte Bestvariante für den Zubringer Güterbahnhof geeinigt. Bis zum Jahr 2021 wollen sie ein Vorprojekt erarbeiten, unter Federführung des St. Galler Baudepartements, das die Anschlüsse an das Verkehrsnetz der Stadt und den gut 1,5 Kilometer langen Tunnel Liebegg plant.

Für die Zubringer-Projektteile Tunnel Feldli (früher Teilspange) und unterirdischer Kreisel ist das Astra zuständig. Das Bundesamt erarbeitet ausserdem die dritte Röhre Rosenbergtunnel sowie damit verbundene Pannenstreifenumnutzung; die Generellen Projekte sollen dem Bundesrat bis 2022 respektive 2025 vorgelegt werden. Das schon wegen der Baukostensumme von 1,144 Milliarden Franken derzeit wichtigste Nationalstrassen-Projekt in der Ostschweiz müsse letztlich vor dem Bundesparlament bestehen, sagte Astra-Direktor Jürg Röthlisberger vor den Medien.

Klare Signale aus Bern und
aus dem Kantonsrat St.Gallen

Röthlisberger unterstrich den notwendigen Ausbau der Nationalstrassen, die trotz politisch gewollter Förderung des öffentlichen Verkehrs mit einer Verkehrszunahme von 20 Prozent rechnen müssen. Mit heute über 80000 Fahrzeugen, die täglich durch den Rosenbergtunnel fahren, stösst die Stadtautobahn an ihre Kapazitätsgrenzen. Wenn das «Drainagesystem» an den Knoten nicht mehr fliesse, ergiesse sich der Verkehr in die Fläche, erklärte Röthlisberger, ein Alarmzeichen ist der wieder steigende Verkehr auf Kantonsstrassen.

Dass auch der ÖV nicht mehr funktioniert, wenn die «Schlagadern» versagen, davon können St. Galler Busbenützer ein mühsames Lied singen. Umso nötiger seien nebst der dritten Röhre im Rosenbergtunnel und der ständigen Nutzung der Pannenstreifen der Zubringer Güterbahnhof als Entlastung, betonten die Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden. Weil 85 Prozent der Autofahrten im Stadtgebiet starten oder enden, müsse «zwingend das ganze System» entlastet werden, sagte Bauchef Mächler.

Der Kantonsrat habe mit seinem deutlichen Ja zum 17. Strassenbauprogramm im September ein klares Signal gegeben, nun bestehe «die einmalige Chance, die Probleme zu einem attraktiven Preis zu lösen». Tatsächlich verbleiben den Kantonen und Gemeinden ein regionaler Kostenanteil von «lediglich» 150 bis 200 Millionen Franken.

Zwar wird der Kostenteiler in der Region erst mit dem bis 2021 in Aussicht gestellten Vorprojekt erarbeitet, doch sind sich die Beteiligten einig, dass das «Mammutprojekt» im Vergleich geradezu ein «Schnäppchen» ist. Sowohl der Ausserrhoder Baudirektor Dölf Biasotto als auch der Teufner Gemeindepräsident Reto Altherr betonten die Bedeutung des Anschlusses für das Appenzellerland und die selbstverständliche Kostenbeteiligung gemäss dem Territorialprinzip. Auch wenn für den Kanton die Entlastung von Herisau das grössere Verkehrsproblem sei. Innerrhoden werde sich an den Kosten nicht beteiligen, jedoch das Vorhaben ideell unterstützen, hiess es.

Unterirdischer Kreisel mit zwei Tunnelanschlüssen «Neuland»

Neu im Vergleich zum 2014 vorgestellten Projekt sind die zweispurige Verbindung im Doppelröhren-Tunnel Feldli und die gänzlich unterirdischen Anschlüsse. Im Areal Güterbahnhof mündet der Tunnel in einen unterirdischen Kreisel. Mit dieser Variante begehe man «Neuland», sagte Mächler, «damit der Güterbahnhof als Filetstück der Stadtentwicklung sinnvoll genützt werden kann.»

Im Astra spricht man von einer «speziellen Herausforderung», doch sei dies die «einzig mögliche Option». Vom Kreisel sind Aus- und Einfahrten in die Geltenwilen- und die Oberstrasse vorgesehen – wie diese Rampen aussehen werden, dürfte eine Knacknuss des Projekts sein. Weiter soll der Tunnel Liebegg mit je einer Spur stadtein- und auswärts in einer Tunnelröhre geplant werden. Die Stadt begrüsse die Tunnels zur Entspannung und zur Siedlungsentwicklung, um die man sich jetzt bemühe, bekräftigte die St. Galler Stadträtin Maria Pappa.

Initiative zur Verhinderung des Zubringers
scheiterte vor drei Jahren deutlich

Mit einer Initiative versuchten links-grüne Kräfte 2016, einen Autobahn-Zubringer auf dem Güterbahnhof-Areal zu verhindern. Die Initianten warnten davor, der Autobahnanschluss werde eine neue Nutzung des Güterbahnhof-Areals für Wohnen, Gewerbe, Freizeit und Kultur über Jahrzehnte blockieren. Zudem würde Mehrverkehr generiert und die neue Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen konkurrenziert.

Bei der Stadtsanktgaller Stimmbevölkerung stiess das Initiativbegehren aber nur auf wenig Gegenliebe: Es versenkte die Initiative am 28. Februar 2016 mit 17'270 Nein- zu 10'092 Ja-Stimmen deutlich. Die Kritik an den Plänen von Stadt, Kantonen und Bund ist seither aber nicht verstummt. (ghi)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.