STADLER-WEGZUG AUS ALTENRHEIN: "So etwas ärgert mich massiv"

Stadler Rail will seinen Standort in Altenrhein aufgeben und nach St.Margrethen zügeln. Hintergrund: Ein Streit mit dem Vermieter der Industrieanlage in Altenrhein. Ihm blute das Herz, sagt Robert Raths, Gemeindepräsident von Thal. Er ärgert sich, dass es so weit kommen musste.

Daniel Walt
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Keine Zukunft: Stadler Rail will sein Werk in Altenrhein aufgeben. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))

Keine Zukunft: Stadler Rail will sein Werk in Altenrhein aufgeben. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))

Was bedeutet der geplante Wegzug von Stadler Rail aus Altenrhein für Ihre Gemeinde?
Mir blutet das Herz. Das wäre ein herber Verlust - auch steuertechnisch. Zudem hat der Wegzug sicherlich auch für unser lokales Gewerbe negative Auswirkungen.

Um welche Steuereinnahmen geht es?
Dazu kann ich nichts sagen.

Wie haben Sie von den Plänen des Unternehmens, Altenrhein zu verlassen, erfahren?
Ich hatte bereits vor der Publikation der entsprechenden Stadler-Medienmitteilung Kenntnis davon. Aber wenn es dann soweit ist, friert es einen trotzdem.

Robert Raths, Gemeindepräsident von Thal. (Bild: Urs Bucher)

Robert Raths, Gemeindepräsident von Thal. (Bild: Urs Bucher)

Stadler Rail macht Meinungsverschiedenheiten mit dem Eigentümer der Industrieanlage in Altenrhein geltend. Es sei keine Bereitschaft da gewesen, die nötigen Investitionen zu tätigen und Renovationen durchzuführen.
Ich kann die Beweggründe von Stadler Rail für den Wegzug nachvollziehen. Ein Unternehmen muss effizient arbeiten können. Es ist bedauerlich, dass es trotz mehrerer Anläufe keine Lösung mit dem Eigentümer der Anlage gegeben hat. So etwas ärgert mich massiv.

Hat die Gemeinde von diesen Streitereien Kenntnis gehabt?
Ich hatte gewisse Vermutungen.

Gab es für die Gemeinde Möglichkeiten, Druck auf den Eigentümer auszuüben?
Die Gemeinde hat gewisse Kontakte zum Eigentümer gehabt – dort ging es allerdings um allgemeine Themen. Am Ende des Tages bleiben solche Auseinandersetzungen aber immer eine Sache zwischen dem Eigentümer und dem Mieter.

Haben Sie Hoffnung, dass der Wegzug von Stadler Rail in letzter Minute doch noch verhindert werden kann?
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch lassen Sie mich eins betonen: Für den Standort Thal ist der mögliche Wegzug von Stadler, sofern er Tatsache wird, äusserst bedauerlich. Auf der anderen Seite ist es positiv zu werten, dass das Unternehmen weiterhin Ja sagt zum Standort Schweiz und in der Region verankert bleibt. Die Arbeitsplätze bleiben somit hier. Das ist wichtig für uns alle. Man kann nicht immer alles nur aus Sicht der einzelnen Gemeinde betrachten.