STADLER RAIL: "Es gibt keinen besseren Ort als St.Margrethen"

Der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail liebäugelt mit einem Umzug von Altenrhein nach St.Margrethen. Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St.Margrethen, über positive Folgen, tiefere Steuern und mögliche Einsprachen.

Tim Naef
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Eine Visualisierung des geplanten Neubaus in St.Margrethen. (Bild: pd)

Eine Visualisierung des geplanten Neubaus in St.Margrethen. (Bild: pd)

Wie steht es um ihre Laune, laufen Sie mit einem Dauerlächeln durch die Büros?
Reto Friedauer:
Wie könnte es anders sein. Dass Stadler Rail nach St.Margrethen ziehen will, macht uns sehr glücklich. Für die Gemeindeentwicklung ist dies ein hochwillkommener Impuls. Wir erhoffen uns zahlreiche positive Effekte.

Sie meinen tiefere Steuern?
Friedauer:Natürlich hat der Zuzug eines solch grossen und renommierten Unternehmens positive Effekte auf die Gemeindesteuern. Mehr will ich dazu aber nicht sagen. Es gibt jedoch noch zahlreiche andere Gründe sich zu freuen.

Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St.Margrethen. (Bild: pd)

Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St.Margrethen. (Bild: pd)

Die wären?
Friedauer:Mit Stadler Rail kommen auch viele neue Arbeitsplätze nach St.Margrethen. Gleichzeitig belebt es das Dorf, das Gewerbe und wirkt sich positiv auf seine Entwicklung aus. Ich bin mir sicher, dass damit auch interessante Drittprojekte ausgelöst werden.

Man merkt, Sie sind Feuer und Flamme für die Umsiedelung. Doch wie sieht die Stimmung in der Gemeinde aus?
Friedauer:Zurzeit ist das Areal eine Brache, die schlecht genutzt und nicht schön anzuschauen ist. Ich bin mir sicher, dass die Bevölkerung es begrüsst, wenn nördlich der Gleise etwas Hochwertiges entsteht.

Sie erwarten also keine Einsprachen, wenn das Projekt öffentlich ausgelegt wird?
Friedauer:Das Projekt wird sicher auch Fragen oder einzelne Bedenken auslösen. Wo Fragen auftauchen, suchen wir schnellstmöglich das Gespräch und entwickeln Lösungen.

Sie haben bestimmt nicht erst gestern vom Umzug von Stadler Rail erfahren. Seit wann wissen Sie davon?
Friedauer:Es haben viele Gespräche stattgefunden. Das Unternehmen ist früh auf die Gemeinde zugekommen. Der erste Kontakt ist rund vier Monate her.

Noch ist der Umzug aber nicht unter Dach und Fach. Es gibt beispielsweise noch die Hürde der Umzonung.
Friedauer:Zurzeit ist das Areal in der Kernzone. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass die Rückzonung in eine Industriezone auf keinen grossen Widerstand stossen wird. Die Reaktionen in der Gemeinde und die Gespräche mit dem Kanton im Vorfeld stimmen mich positiv.

Es gibt aber auch Gerüchte, dass der Umzug lediglich ein Bluff von Stadler Rail ist, um die aktuellen Mietkosten zu drücken.
Friedauer:Diesen Eindruck hatte ich bei den zahlreichen Gesprächen mit Stadler Rail überhaupt nicht. Weiter möchte ich mich aber nicht zu Spekulationen äussern. Nur so viel: Nicht nur für St.Margrethen ist das Projekt positiv – auch für Stadler Rail bietet der Umzug die gesuchten Vorteile. Es gibt wohl keinen geeigneteren Standort als unser Altfeldareal.