Staatsanwalt ausgewechselt

Staatsanwalt Patrick Müller ist nicht mehr für die Untersuchungen zum Tod der Connyland-Delphine zuständig. War er befangen, weil sich sein Handballclub vom Connyland sponsern lässt? Oberstaatsanwalt Andreas Zuber weist dies zurück.

Daniel Walt
Merken
Drucken
Teilen

LIPPERSWIL. Bis Dienstag war es Staatsanwalt Patrick Müller, der von Seiten der Justiz zu den aktuellen Geschehnissen im Connyland Auskunft gab. Nach dem Tod des zweiten Delphins innert weniger Tage verwies die Kantonspolizei Thurgau Medienschaffende Anfang Woche sogar explizit an Müller. Nun ist alles anders: Weshalb die Delphine Shadow und Chelmers starben, prüft nun ein anderer Staatsanwalt.

Connyland ist Bandensponsor

Die personelle Neuaufstellung der Staatsanwaltschaft im Fall Connyland wirft Fragen auf. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund eines Berichts der Sendung «10 vor 10». Das Schweizer Fernsehen warf nämlich die Frage auf, ob Staatsanwalt Patrick Müller in Sachen Connyland befangen sei. Hintergrund: Müller präsidiert den Kreuzlinger Handball-Sportclub, der sich unter anderem vom Lipperswiler Freizeitpark sponsern lässt. Während sich Patrick Müller nicht zum Thema äussert, bestätigt Oberstaatsanwalt Andreas Zuber, dass das Connyland ein Bandensponsor des Vereins ist. «Meines Wissens zahlt der Freizeitpark dafür 500 bis 800 Franken pro Jahr», hält er fest. Trotzdem weist er den Vorwurf, Müller sei deswegen möglicherweise befangen, zurück. «Es wäre etwas anderes, wenn das Connyland als Hauptsponsor des Handballclubs auftreten würde, von dem der Verein abhängig wäre», so Zuber. Und was ist mit dem Vorwurf aus Tierschutzkreisen, dass Müller und der Connyland-Mediensprecher per du sind? «Das ist gut möglich. Aber laut Patrick Müller besteht kein privater Kontakt zwischen den beiden», hält Zuber fest.

Verfahren aufgeteilt

Obwohl Patrick Müller nach Ansicht von Andreas Zuber in Sachen Connyland nicht befangen ist, untersucht mittlerweile ein anderer Staatsanwalt den Tod der beiden Delphine Shadow und Chelmers. Müller ist nur noch für die Untersuchung der anonymen Drohungen gegen Betreiber und Angestellte des Connylands zuständig. «Wenn bei zwei Verfahren so unterschiedliche Fragen zu klären sind, machen wir diese Trennung standardmässig. Dies mit dem Ziel, eine möglichst grosse Unabhängigkeit zu gewährleisten», sagt Oberstaatsanwalt Zuber. Das Ganze habe nichts mit dem Bericht von «10 vor 10» zu tun. Weshalb wurde Patrick Müller anfangs überhaupt mit beiden Fällen betraut? Zuber antwortet: Müller habe nach der Untersuchung zu den Vorwürfen der Tierschutzorganisation OceanCare viel Vorwissen über das Connyland. In einer ersten Phase sei er mit den Fällen der beiden toten Delphine betraut worden, damit den Medien sofort jemand zur Verfügung habe stehen können.

Keine Befangenheit

Für Andreas Zuber ist klar: Patrick Müller wird die anonymen Drohungen gegen das Connyland auch nach den jüngsten Befangenheitsvorwürfen weiterhin untersuchen. Der Hauptgrund: Die Staatsanwaltschaft sieht keine Befangenheit bei Müller.